Beidseitig parkende Autos führen laut den Anwohnern in der Adornostraße zu gefährlichen Verkehrssituationen. Foto: Torsten Schöll

Der Plieninger Bezirksbeirat plädiert für Schutzstreifen für Fahrradfahrer auf der Adornostraße. Damit ließen sich gleich mehrere Probleme lösen.

In dem Streit über parkende Autos an der Adornostraße in Stuttgart-Plieningen hat der Bezirksbeirat jetzt einen Vorschlag ins Spiel gebracht, der aufhorchen lässt: Ein Fahrradstreifen auf beiden Seiten der viel befahrenen Durchgangsstraße könnte demnach das Problem lösen, dass dort mittlerweile viele unerwünschte Autos abgestellt werden.

 

So argumentieren jedenfalls die Grünen, die in der jüngsten Bezirksbeiratssitzung einen entsprechenden Antrag gestellt hatten. Darin wird die Stadtverwaltung aufgefordert, entlang der Adornostraße zwischen der Kreuzung Steckfeld-/Fruhwirthstraße bis zur Einmündung in die Filderhauptstraße beidseitig Schutzstreifen für Radfahrer anzulegen. Neben dem Sicherheitsaspekt zugunsten der Pedaleure wird der Vorschlag auch damit begründet, dass durch die optische Verengung auf der geraden Strecke die Geschwindigkeit der Autofahrer gedrosselt würde. Gleichzeitig hätte die Maßnahme aber auch den besagten „wünschenswerten Nebeneffekt“, wie Thomas Bassler, stellvertretender Bezirksbeirat der Grünen, betont: Wo ein Schutzstreifen ist, können keine Autos mehr parken.

Anwohner sehen Verkehrssicherheit gefährdet

Hintergrund: Seit einiger Zeit werden, anders als früher, auf der Adornostraße zwischen den Einmündungen Steckfeld- und Strebelstraße immer wieder Fahrzeuge abgestellt. Naheliegend ist, dass das im Zusammenhang mit der Einrichtung der Parkraumbewirtschaftung an der Uni Hohenheim steht. Zahlreiche Anwohner hatten deshalb darauf hingewiesen, dass das Parken in diesem Bereich der abschüssigen Straße dazu geführt habe, dass die Ausfahrt aus der Strebelstraße extrem gefährlich geworden sei.

Die Stadtverwaltung hat es gleichwohl bislang abgelehnt, in der gesamten Straße bergabwärts ein Parkverbot auszusprechen. Bei einer Begehung im Januar hatten die Behörden keine grundsätzlich erhöhte Verkehrsgefährdung festgestellt. Lediglich ein Parkwinkel soll demnächst für etwas mehr Sicherheit sorgen.

Der Antrag der Grünen, der nun zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen soll, fand in dem Bezirksbeirat von Plieningen und Birkach eine knappe überparteiliche Mehrheit. Ein weiterer Antrag der Grünen für einen Sicherheitsstreifen auch im Bereich der Birkacher Welfenstraße fiel indes sang- und klanglos durch. Welfen- und Adornostraße bilden gemeinsam die Hauptverbindung zwischen den beiden Stadtbezirken.

Würde die Straße mit Schutzstreifen zu eng?

Die Gegner des Plans befürchten, dass der Birkacher Teil der Straße wegen des beidseitigen Schutzstreifens für den Fahrzeugverkehr zu eng werden würde. Auffallend ist: Obwohl in einem Großteil der Birkacher Welfenstraße sowie in dem betreffenden Teil der Adornostraße in Fahrtrichtung Plieningen kein Verkehrszeichen das Parken verbietet, stellt bislang in der Welfenstraße niemand sein Auto ab.

Die Straßenverkehrsordnung sieht vor, dass ein Fahrzeug den durch Leitlinien markierten Schutzstreifen für Fahrräder bei Bedarf überfahren darf. Dabei darf der Radverkehr aber nicht gefährdet werden. Auf dem Schutzstreifen zu halten oder gar zu parken, ist nicht zulässig.