Zwischen Böblingen/Sindelfingen und Stuttgart ist im Mai der erste Radschnellweg im Südwesten eröffnet worden. Foto: dpa/Christoph Schmidt

In Zeiten der Klimadebatten rückt das Fahrrad wieder stärker in den Fokus. Wie Verkehrsminister Winfried Hermann erklärt, steigt die Zahl der Anfragen für den Ausbau von Radwegen enorm.

Stuttgart - Im Kampf gegen Staus und für den Klimaschutz sind Städte und Gemeinden zunehmend daran interessiert, ausgebaute Radwege als Alternativen für Pendler in andere baden-württembergische Kommunen anzubieten. „Die Zahl der Anfragen aus Regionen, Kreisen und Kommunen steigt enorm“, sagte Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) am Dienstag in Stuttgart. Derzeit seien mehr als 50 sogenannte Korridore im Gespräch oder in Planung, 15 davon verantworte das Land.

Radschnellwege auf den bekannten Pendlerachsen sind mindestens vier Meter breit und fünf Kilometer lang, mit Brücken oder Unterführungen ausgestattet und verbinden Kommunen meist direkt und mit nur geringen Steigungen. Als erste Radschnellverbindung in Baden-Württemberg war Ende Mai die Trasse zwischen Böblingen/Sindelfingen und Stuttgart eröffnet worden, ein Projekt des Kreises Böblingen. Erfahrungen will das Land bei seinen drei bereits bekannten Pilotprojekten sammeln (Heidelberg – Mannheim, Heilbronn – Neckarsulm – Bad Wimpfen, Stuttgart – Esslingen – Plochingen).

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Hermann, selbst ein überzeugter Alltagsradler, hatte im vergangenen Februar das Ziel von 20 Prozent Radverkehrsanteil bis 2030 formuliert. Laut einer bundesweiten Studie lag der Wert im Südwesten im Jahr 2017 aber lediglich bei 10 Prozent.

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