An Der Tübinger Straße bleibt zunächst einmal alles beim Alten. Foto: Nina Ayerle

Das geplante Verkehrskonzept für die Tübinger Straße verzögert sich weiter – obwohl das Gerber bereits geöffnet ist. Das stößt dem Bezirksbeirat Süd sauer auf – aber auch vielen Radfahrern.

S-Süd - Radfahrer müssen sich auf der Tübinger Straße noch etwas gedulden. Sowohl die Fahrradstraße als auch die Umsetzung eines von Bezirksbeirat und Gemeinderat geplanten Verkehrskonzepts verzögert sich weiter. Die neue Straßenführung hätte eigentlich mit der Eröffnung des Wohn- und Einkaufszentrums Gerber umgesetzt werden sollen.

Laut Sven Matis, Pressesprecher der Stadt Stuttgart, ist das Konzept aber nur aufgeschoben und nicht aufgehoben. „Derzeit wird noch an einer optimalen Lösung für Radfahrer gearbeitet“, sagt er. Als Grund für die Verzögerung nennt er die zukünftige Großbaustelle auf Höhe der Tübinger-/Fangelsbachstraße. Auf dem Areal werden neue Wohnungen gebaut, die bisherigen Gebäude sind bereits abgerissen.

Erneute Diskussion im Bezirksbeirat

Für Bezirksvorsteher Raiko Grieb ist durchaus nachvollziehbar, dass die Verkehrssicherheit an erster Stelle steht. Dennoch: „Wir hätten früher informiert werden müssen“, sagt er. Den Ablauf finde er nicht optimal, weshalb er das Thema in der nächsten Sitzung des Bezirksbeirats am Dienstag, 7. Oktober, noch einmal auf die Tagesordnung gesetzt hat. „Da möchte ich dann die Gründe dafür hören, warum wir nicht informiert wurden“, sagt Grieb. Auch der Bezirksbeirat Uwe Völker von der grünen Fraktion hält das Verhalten der Stadt für nicht akzeptabel. Seiner Meinung nach können gültige Beschlüsse nicht stillschweigend nicht umgesetzt werden – zumal derzeit an der Baustelle keine problematische Situation herrsche, sagt Völker.

Einkaufszentrum überlastet die Tübinger Straße

Bereits seit mehreren Jahren wünscht sich der Bezirksbeirat Süd ein tragfähiges Konzept für die Straße. Die Studie „Verkehrsuntersuchung Quartier S“ kam zu dem Ergebnis, dass durch das Einkaufszentrum täglich mit rund 6300 Autofahrten mehr an der Tübinger Straße zu rechnen ist. Dem wollte das Gremium vorbeugen. Geplant und im Mai dieses Jahres beschlossen wurde, dass die Tübinger Straße in Richtung Paulinenbrücke teilweise zur Einbahnstraße wird – und zwar auf Höhe der Römer- und der Feinstraße. Zusätzlich hätte die Straße auf Höhe der Feinstraße komplett unterbrochen sowie vom Marienplatz bis zur Paulinenbrücke als Fahrradstraße ausgewiesen werden sollen. Ob und wann dieses Konzept nun umgesetzt werden soll, das will sich der Bezirksbeirat Süd in seiner nächsten Sitzung von den beteiligten Ämtern erklären lassen.

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