Die Polizei hat viele Trunkenheitsfahrten auf Scootern festgestellt. Foto: dpa/Christoph Soeder (Symbolbild)

Die Polizei macht keine gezielten Kontrollen. In der Innenstadt und rund um den Wasen fallen dem regulären Streifendienst etliche alkoholisierte Rollerfahrer auf. Der gemessene Spitzenwert ist erschreckend hoch.

Stuttgart - Die Polizei hat am Wochenende eine neue Risikogruppe ausfindig gemacht: Es handelt sich um alkoholisierte Männer im Alter von 20 bis 35 Jahren auf E-Scootern. Sie nehmen offenbar das Risiko in Kauf, fahruntüchtig durch die Stadt zu pesen. 26 von ihnen haben das nicht mehr ganz fehlerfrei geschafft. Passiert ist zwar nichts, doch die jungen Männer fielen durch ihre Fahrweise so auf, dass die Polizei sie stoppte. Zwischen einem und 2,5 Promille wurden gemessen. Eine gezielte Kontrollaktion habe die Polizei nicht gemacht. Die Fahrer seien einfach so ins Netz der Beamten gegangen, sagte ein Pressesprecher der Polizei.

Die Alkoholfahrten werden wie bei Autofahrern beurteilt

Alle 26 Rollermieter mussten nach ihren Trunkenheitsfahrten eine Blutprobe abgeben. Den Spitzenwert habe ein 20-Jähriger erreicht, der gegen 1.40 Uhr an der Friedrichstraße in der Stuttgarter Innenstadt unterwegs war. Weitere betrunkene Mieter wurden an der Wolframstraße beim Milaneo und an der Hauptstätter Straße erwischt. Ein Schwerpunkt lag mit zwölf betrunkenen Rollerfahrern beim Cannstatter Wasen. Ob alle dort erwischten Scooterfahrer auf dem Volksfest gefeiert haben, das hätten Kollegen nicht notiert, sagte der Polizeisprecher.

Da es sich in den ersten Wochen der neu in der Stadt aufgetauchten Leihroller schon angedeutet hat, dass die Kombination Alkohol und Scooter eine ungute ist und es bereits zu mehreren Unfällen kam, hat die Stadt ein Infoblatt erstellt. Darin fasst sie zusammen, was beim Führerscheinerwerb gelehrt wird, und doch oft in Vergessenheit gerät: Die Promillegrenzen für Autofahrer. Denn auch wenn die Elektro-Scooter auf Radwegen unterwegs sind, gelten beim Thema Alkohol die gleichen Regeln wie beim Autofahrern – die Roller gelten als Kraftfahrzeuge.

Wer einen E-Scooter nutze und gegen die gesetzlichen Promillegrenzen verstoße, werde folglich genauso bestraft wie ein Autofahrer. Bei Verkehrsteilnehmern unter 21 Jahren sind das null Promille, ein Verstoß bedeutet einen Punkt in Flensburg und 250 Euro Geldbuße. Wer älter ist als 21 Jahre zahlt ab 0,5 Promille 500 Euro und erhält zwei Punkte sowie einen Monat Fahrverbot. Ab 1,1 Promille ist mit der Entziehung des Führerscheins, drei Punkten, und einer Geld- oder Freiheitsstrafe zu rechnen.

Der Stadt geht es beim Verfassen des Flyers aber nicht nur um die Ahndung eventueller Alkoholfahrten. Der Ordnungsbürgermeister Martin Schairer (CDU) bittet um „ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht“. Der Flyer liegt unter anderem im Rathaus und in den Bibliotheken aus.

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