Die SWSG investiert in Stuttgart mehr als 30 Millionen Euro in ein neues Stadtquartier mit 28 Wohnungen, Supermarkt und Stadtteilzentrum. Im Anschluss wird der Stöckachplatz, ein wichtiger Verkehrsknoten, umgestaltet.
Es ist einer der Hauptverkehrsknotenpunkte in Stuttgart: Fünf Stadtbahnlinien kommen am Stöckachplatz zusammen. Zudem ist er eine wichtige Achse für den Autoverkehr zwischen dem Stuttgarter Osten und der Innenstadt. Entsprechend wenig Gestaltungsspielraum gibt es für Veränderungen. Dennoch erhält der Stöckach ein neues Gesicht. Im Herbst soll der Neubau der Städtischen Wohnungs- und Städtebaugesellschaft (SWSG) auf dem Gelände der ehemaligen Hauswirtschaftlichen Schule an der Hackstraße fertiggestellt werden. Im kommenden Jahr beginnt die Stadt wird mit der Umgestaltung des Platzes.
Edeka eröffnet auf 1500 Quadratmetern
Die Baufortschritte auf dem Gelände an der Hackstraße 2 sind nicht zu übersehen. Der Rohbau mit der Öffnung zum Stöckachplatz ist so gut wie abgeschlossen. Deutlich erkennbar ist bereits die Öffnung mit Innenhof in der Mitte. Dank der großen Freitreppe entsteht so eine Frischluftschneise zur höher gelegenen Landhausstraße. Und auch die Anbindung zur benachbarten Else-Kienle-Staffel konnte durch einen 13 Meter langen Beton-Steg – die Kosten von rund 750 000 Euro übernimmt die Stadt – gesichert werden. „Wir liegen nahezu im Zeitplan“, erklärt SWSG-Sprecherin Saskia Bodemer-Stachelski. Im Oktober ist die Fertigstellung vorgesehen, auch die Kosten von rund 30,5 Millionen Euro konnten eingehalten werden.
Im Erdgeschoss ist ein Edeka-Markt auf rund 1500 Quadratmetern vorgesehen. Neben einem weiteren Laden entstehen 28 Wohnungen, dazu eine Kindertagesstätte und ein Stadtteilzentrum mit Café. Zusätzlich „werden zwei Etagen an das Raphael-Haus für vollstationäre und ambulante Angebote für Schwerstmehrfachbehinderte vermietet“, sagt Bodemer-Stachelski. In der Tiefgarage stehen 41 öffentliche Parkplätze zur Verfügung, 22 weitere sind für die Anwohner vorgesehen.
Zeitnah sollen sich die Arbeiten am Stöckachplatz anschließen. Daher will die Verwaltung die detaillierten Pläne noch im Sommer im Gemeinderat vorstellen. Eines steht auf jeden Fall bereits fest: „Ein Schicki-Micki-Platz wird der Stöckach nicht“, betont Martin Holch, der Leiter der Abteilung für Stadterneuerung. Das sei auch als klarer Wunsch aus den Bürgerbeteiligungen hervorgegangen. Dennoch soll der Platz deutlich attraktiver werden. Von Anfang an war dies mit dem SWSG-Neubau verknüpft.
Der Imbiss wird bereits im Sommer abgerissen
Die auffälligste Änderung könnte bereits in diesem Sommer erfolgen: Der ehemalige Kiosk an der Ecke zur Werastraße, in dem sich derzeit ein Burgerladen befindet, wird abgerissen – und entgegen der früheren Planungen auch nicht mehr ersetzt. An seiner Stelle entsteht an der Stadtbahn-Schnittstelle eine neue öffentliche Toilette. Das ist möglich, „weil das gastronomische Angebot im Umfeld gut genug ist“, erklärt Holch – und die neue Generation der Toiletten sich selbst reinigt. Auch die Parkplätze fallen weg und werden in die Tiefgarage des Neubaus verlegt. Am unteren Ende der Werastraße entsteht eine Wendeplatte.
Für mehr Aufenthaltsqualität sollen fünf zusätzliche Baumbeete mit Sitzgelegenheiten sorgen, die bisherigen Bäume bleiben. Um noch mehr Fläche für die Fußgänger zu generieren, fällt die Abbiegespur von der Hackstraße in die Neckarstraße in Richtung Bad Cannstatt weg. „Als Ersatz stehen Autofahrern genügend andere Wege zur Verfügung“, erklärt Holch. Um den Zusammenhang mit der Hanglage noch mehr zu fördern, soll am oberen Ende der Else-Kienle-Staffel in der Landhausstraße eine Aussichtsplattform entstehen.
Sollten die Pläne vom Gemeinderat abgesegnet werden, hofft Holch eine Baugenehmigung bis Ende des Jahres zu erhalten. „Dann könnte der Baubeginn 2026 erfolgen.“ Die Kosten werden auf drei bis vier Millionen Euro geschätzt. Finanzielle Unterstützung – immerhin 250 Euro pro Quadratmeter – kommt von Bund und Land als Teilbereich des Sanierungsgebiets „Stuttgart 29 – Stöckach“.