Wohnen, Arbeiten, Leben – die Region Stuttgart in Zahlen. Foto: 7aktuell.de/Adomat

Was kostet ein Bauland in der Region Stuttgart? Wie viel Flächen stehen unter Naturschutz? Und wie viele Autos fahren durch die Region. Wir haben mithilfe des Regionalmonitors das Stuttgarter Ballungsgebiet aufgegliedert.

Stuttgart - Wo wird am meisten gebaut, wo gibt es die meisten Schutzgebiete, wie ist die Bevölkerungszahl gestiegen und was ist mit dem Wohnungsbau? Auf all diese Fragen gibt der Regionalmonitor auf 200 Seiten Antworten. Darin fasst der Verband Region Stuttgart die wichtigsten Daten für den Ballungsraum rund um Stuttgart zusammen – wie schon in den Vorgängerbroschüren 2006 und 2012. „Wir sind nach wie vor der wirtschaftliche Motor des Landes“, sagt Regionaldirektorin Nicola Schelling.

Verkehr

Die Zahl der Autos hat in der Region seit 1990 um insgesamt 37 Prozent zugenommen – auf mehr als 1,9 Millionen. Inzwischen gibt es 686 Kraftfahrzeuge pro Einwohner. In und um Stuttgart ist die Zahl mit 577 am geringsten, in den Kreisen liegt sie bei über 700 und damit in etwa beim Landeschnitt von 715 Kraftfahrzeugen pro 1000 Einwohner. Pro Jahr werden in der Region 22,6 Milliarden Kilometer auf Straßen zurückgelegt, die Länge des Straßennetzes beträgt mehr als 3300 Kilometer. Das längste Straßennetz hat der Rems-Murr-Kreis (732 km), dafür ist er der einzige Kreis ohne eigenen Autobahnanschluss.

Bevölkerung

In der Region leben rund 2,8 Millionen Einwohner, rund 500 000 sind Ausländer (18,1 Prozent). Der Ausländeranteil ist in Stuttgart am höchsten, in und um Schorndorf am geringsten. Der Regionsbewohner ist durchschnittlich 43,1 Jahre alt. Die Bevölkerung ist seit 1990 um 13 Prozent gewachsen – besonders stark seit 2010. Gewinner sind die Bereiche Kornwestheim/Ludwigsburg und Sindelfingen/Böblingen mit je fünf Prozent, am geringsten war die Zunahme in Backnang und Geislingen mit je rund einem Prozent. Groß ist die Spanne bei der Bevölkerungsdichte: Rund um Geislingen leben 209 Einwohner je Quadratkilometer, in Stuttgart sind es fast 2300.

Baulandpreise

Deutliche Unterschiede gibt es in der Region, wenn man baureifes Land kaufen will. 2016 mussten dafür durchschnittlich 627 Euro pro Quadratmeter hingelegt werden – fast viermal so viel wie im Bundesdurchschnitt (157 Euro). In Stuttgart waren pro Quadratmeter im Schnitt 1183 Euro fällig, in den Kreisen sind es deutlich weniger: 393 Euro im Kreis Böblingen, 357 Euro im Kreis Esslingen, 329 Euro im Kreis Ludwigsburg, 311 Euro im Rems-Murr-Kreis. Am wenigsten kostete der Quadratmeter baureifes Land im Kreis Göppingen: 224 Euro.

Wirtschaft

In der Region Stuttgart werden von rund 250 000 Firmen mit knapp 1,2 Millionen Arbeitnehmern 30,6 Prozent der baden-württembergischen Wirtschaftsleistung erzielt – auf zehn Prozent der Fläche und bei einem Viertel der Bevölkerung des Landes. Das regionale Bruttoinlandsprodukt lag 2015 bei knapp 141 Milliarden Euro – das entspricht denen von Luxemburg, Bulgarien und Kroatien zusammen. Waren 1991 dafür das Produzierende Gewerbe und der Dienstleistungssektor noch mit je 50 Prozent beteiligt, so haben sich die Anteile nun auf 43 zu 57 Prozent verschoben. Auf die Landwirtschaft entfielen nur 0,1 Prozent. Jeder Erwerbstätige erwirtschaftete 2016 Güter und Dienstleistungen im Wert von rund 89 000 Euro – deutlich mehr als der Landesschnitt (75 715 Euro). Am produktivsten ist der Kreis Böblingen (108 853 Euro) vor der Stadt Stuttgart (99 988 Euro) und dem Kreis Ludwigsburg (88 169 Euro).

Finanzen

Die Städte und Kommunen in der Region hatten im Jahr 2017 rund 679 Millionen Euro Schulden – rein rechnerisch waren das pro Einwohner 245 Euro. Seit 1990 haben sich die kommunalen Schulden um fast zwei Drittel verringert, allerdings stiegen die roten Zahlen in den kommunalen Eigenbetrieben an. Gänzlich schuldenfrei waren 2017: Altdorf (Kreis Esslingen), Eschenbach, Bietigheim-Bissingen, Drackenstein, Eberdingen, Erligheim, Gemmrigheim, Kirchberg an der Murr, Murr, Schlierbach und Wäschenbeuren. Die höchsten Gewerbesteuereinnahmen hat Stuttgart vor Sindelfingen.

Soziales

In der Region gibt es 48 Kliniken, allein 21 sind in Stuttgart beheimatet. Zur Jahrtausendwende waren es noch 61. Doch der wirtschaftliche Druck führt zu Fusionen. Im Kreis Göppingen gibt es nur drei Häuser, im Kreis Esslingen dagegen acht. Zugenommen hat die Zahl der stationären Pflegeeinrichtungen von 188 im Jahr 2001 auf heute 374. Bezogen auf 2008 gibt es 13,9 Prozent mehr Kindertagesstätten, von denen in der Region nun 2329 geöffnet sind.

Naturschutz

77 Prozent der 3654 Quadratkilometer Fläche der Region sind Freiraum, also Wald-, Landwirtschafts- und Wasserflächen. Am höchsten ist dieser Anteil im Mittelbereich Geislingen (89 Prozent), am geringsten in und um Stuttgart (57 Prozent). Rund 60 Prozent der Regionsfläche sind Natur- , Landschafts- und Wasserschutzgebiete. In den Kreisen stehen jeweils rund 40 000 Hektar unter Schutz. In Stuttgart sind es fast 10 000 Hektar – eine Zunahme von 39 Prozent gegenüber 1990. Insgesamt gibt es in der Region (Stand 2016) 749 Schutzgebiete mit fast 220 000 Hektar.

Die Bevölkerungsdichte 2017

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