Bislang stehen auf den Otto-Hirsch-Brücken fast durchgängig vier Spuren zur Verfügung. Foto: Mathias K/hn

Die Stadt plant, die Otto-Hirsch-Brücken zwischen Obertürkheim und Hedelfingen zurückzubauen. Droht damit ohne neue Anschlussstelle an die B 10 ein Verkehrskollaps?

Eigentlich könnte der Bezirksbeirat Obertürkheim mit Genugtuung über den Neckar nach Hedelfingen blicken. Schließlich droht dem Nachbarn eine ähnlich lange Wartezeit beim Bau eines Kreisverkehrs. Zum Abschluss des Maßnahmenpakets kann es am Hedelfinger Platz wohl erst 2030 rund gehen. Nach Jahrzehnte langen Verzögerungen soll es auf dem eigenen Territorium sehr viel schneller klappen. Bei der Bürgerversammlung hatte OB Frank Nopper versprochen, dass der Kreisverkehr an der Kreuzung Otto-Hirsch-Brücken/Göppinger Straße/Imweg im Mai 2023 in Bau geht. Dennoch hegen die Lokalpolitiker große Bedenken hinsichtlich der weiteren Planungen für den Umbau der Verkehrsverbindung zwischen den beiden Stadtbezirken. Sie befürchten einen Verkehrskollaps.

 

Kritik an zeitlicher Abfolge

Die Kritik richtet sich vor allem gegen die zeitliche Reihenfolge der Maßnahmen. Denn auf dem „Fahrplan“ der Stadtverwaltung steht zunächst die Umgestaltung der Otto-Hirsch-Brücken. Die vierspurige „Asphaltautobahn“ soll auf lediglich zwei Spuren zurückgebaut und eine kombinierte Bus- und Radspur eingerichtet werden. Zudem soll auch noch ein Kreisverkehr am Mittelkai entstehen. Dieses Vorhaben könnte nach jetzigem Stand frühestens 2026 auf Baustelle gehen. Erst im Anschluss sollen dann zwei neue B-10-Anschlüsse entstehen. Die zur Zeit noch provisorische Einfahrt am Westkai soll zum Dauerzustand werden. Wenige Meter vor den Otto-Konz-Brücken ist zusätzlich eine neue Ausfahrt aus Richtung Esslingen geplant. Zu spät aus Sicht der Lokalpolitiker.

Verlagerung der Verkehrsströme als Voraussetzung

Schließlich müsste die gewünschte Verlagerung der Verkehrsströme zeitgleich mit dem Umbau der Otto-Hirsch-Brücken vonstatten gehen. Ansonsten würde sich – vor allem auch durch den zahlreichen Schwerlastverkehr – auf der dann nur noch zweispurigen, wichtigen Verbindung über den Neckar und den Hafen der Verkehr noch mehr stauen. „Dabei benötigt man zu den Hauptverkehrszeiten bereits jetzt über eine halbe Stunde“, so der Tenor – für die gerade einmal einen Kilometer lange Wegstrecke.

„Die Vorplanung ist noch nicht in Stein gemeißelt“, versprach Andreas Hemmerich, Leiter Sachgebiet Allgemeine Verkehrsplanung, die Bedenken zu berücksichtigen. Allerdings müsse sich zeigen, wie lange ein Genehmigungsverfahren mit dem für die Bundesstraßen zuständigen Regierungspräsidium in Anspruch nehme.