In und um Stuttgart brauchen Autofahrer gute Nerven Foto: dpa

Im Stau zu stehen, ist ärgerlich. Und sehr teuer. Eine Studie kommt jetzt zu dem Schluss, dass der dichte Verkehr in und um Stuttgart von 2013 bis zum Jahr 2030 insgesamt rund 49 Milliarden Euro an Kosten verursachen wird. Die Zeche zahlen die Bürger.

Stuttgart - Stuttgart ist die deutsche Stauhauptstadt. Zu diesem Ergebnis kommen Studien immer wieder. Zuletzt hat der Verkehrsdatendienstleister Inrix errechnet, dass Autofahrer hier im Jahr durchschnittlich 60 Stunden im Stau verbringen. Eine Untersuchung im Auftrag desselben Anbieters hat jetzt die finanziellen Folgen daraus genauer unter die Lupe genommen. Das Ergebnis klingt dramatisch: Von 2013 bis 2030 entstehen den Haushalten dadurch Kosten in Höhe von insgesamt 49 Milliarden Euro.

Stuttgart befindet sich dabei in guter Gesellschaft. Untersucht worden sind auch die Stauhochburgen London, Paris und Los Angeles. Dort liegen die Folgekosten jeweils noch höher. Errechnet werden sie aus direkten Kosten für die Fahrer selbst wie dem Kraftstoffverbrauch oder der Zeit, die jeder einzelne liegen lässt, aber auch den indirekten Kosten für alle. Dazu gehören etwa Preiserhöhungen für Produkte, deren Transport durch die Verkehrslage teurer wird.

Die Studie kommt zum Schluss, dass die durch Staus verursachten Kosten weiter steigen. Sie lagen im vergangenen Jahr in Stuttgart bei 3092 Euro pro Haushalt. 2030 sollen es bereits 4180 Euro sein. Damit liegen sie etwa doppelt so hoch wie der deutsche Durchschnitt, steigen aber weniger stark als in Paris oder London.

Dass Oberbürgermeister Fritz Kuhn angekündigt hat, den Autoverkehr in der Stadt eben bis zu jenem Jahr 2030 um ein Fünftel verringern zu wollen, hat in der Studie noch keine Rolle gespielt. Allerdings weist sie bei Lösungsmöglichkeiten in dieselbe Richtung wie die Ideen der Stadt.

So sollen in Stuttgart laut Verkehrsentwicklungskonzept unter anderem ein besserer öffentlicher Nahverkehr, der Ausbau des Radverkehrs und eine bessere Verkehrssteuerung für weniger dicke Luft sorgen. In der Studie heißt es dazu: „Ein gutes und zuverlässiges Bahnnetz bietet eine geeignete Alternative zur Nutzung des eigenen Fahrzeugs.“ Dies allerdings nur, wenn Fahrtzeiten und -kosten niedriger seien als mit dem Auto. Weitere Vorschläge: Fahrgemeinschaften und die Einrichtungen gesonderter Spuren für Autos mit mehreren Insassen, wie sie in den USA teilweise heute schon vorhanden sind. Dafür jedoch dürfte im engen Stuttgarter Kessel kein Platz sein.

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