Die Stadt rechnet mit Stau zum VfB-Spiel. Foto: Horst Rudel

Der VfB Stuttgart hat an diesem Dienstag ein Heimspiel, allerdings ist Anpfiff um 17.30 Uhr, zur Hauptverkehrszeit.

Stuttgart - Es steht zu befürchten, dass beim Anpfiff der Partie VfB Stuttgart gegen Eintracht Braunschweig um 17.30 Uhr am Dienstag noch nicht alle Eintrittskartenbesitzer auf ihrem Platz im Stadion sein werden. Denn das Spiel beginnt zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt: Zum ersten Mal seit dem Abstieg der Stuttgarter in die zweite Liga spielt die Mannschaft an einem Werktag außerhalb der Schulferien. „Der Anreiseverkehr wird sich mit dem Berufsverkehr überschneiden. Die Verkehrsleitzentrale wird zwar versuchen, den Zufluss im Bereich des Neckarparks mit Vario-Anzeigetafeln zu steuern“, sagt Sven Matis, der Pressesprecher der Stadt Stuttgart. Staus auf den Straßen rund ums Stadion würden aber nicht zu verhindern sein. „Wir raten allen, nicht mit dem Auto, sondern mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zum Stadion zu fahren“, fügt Matis hinzu. Autofahrer sollten sich von 16 Uhr an darauf einstellen, dass der Verkehr ins Stocken gerät.

Besonders brenzlig werde es nach Einschätzung von Ralf Thomas, dem Leiter der Integrierten Verkehrsleitzentrale (IVLZ), ganz kurz vor dem Anpfiff am fünften Spieltag. Es sei damit zu rechnen, dass viele Stadionbesucher direkt vom Arbeitsplatz zum Stadion fahren würden, so dass sie erst ganz knapp in Bad Cannstatt ankommen würden. Sie werden dann auch noch mit der Parkplatzsuche ihre liebe Not haben. Denn da am Freitag das Volksfest auf dem Cannstatter Wasen beginnt, fallen auch etliche Parkplätze auf dem Festgelände weg.

Verkehrspolizei will Autofahrer lenken

Polizei und Stadt raten Fußballfans dringend zur Anreise mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Die SSB setzen in der Zeit von 15.30 bis 17.30 Uhr zusätzliche Stadtbahnen ein. Diese fahren im 7,5-Minuten-Takt. „Im Extremfall können wir die Bahnen sonst auch im Fünfminutentakt fahren lassen“, erläutert ein Sprecher der SSB. Das sei aber am Dienstag nicht möglich. „Dieser enge Takt ist in der Zeit des Berufsverkehrs nicht machbar“, sagt der Pressesprecher. Die SSB setzen 80 Meter lange Züge ein, die jeweils bis zu 500 Passagiere befördern können. Die Verkehrspolizei wird ebenfalls im Neckarpark im Einsatz sein. „Wir werden lenkend eingreifen, soweit das möglich ist“, sagt der Polizeisprecher Olef Petersen.

Im vergangenen Jahr hatte sich der Verkehr vor einer Veranstaltung im Neckarpark extrem gestaut: Der 18. Juni ist der verkehrsreichste Tag des Jahres 2015 gewesen, ergaben Auswertungen des Navi-Herstellers Tom Tom. An jenem Abend gab die Schlagersängerin Helene Fischer ein Konzert im Stadion. Damals war es auch noch kalt und regnerisch, was nach Erfahrung der Verkehrsexperten die Staugefahr erhöht: Bei schlechtem Wetter wird seltener auf den eigenen Wagen verzichtet. Grundsätzlich ist in Stuttgart der Donnerstagnachmittag die verkehrsreichste Zeit, auch das fand Tom Tom heraus. Freitag und Montag sind stautechnisch nicht die schlimmsten Tage. Da Teilzeitkräfte und Wochenendpendler den Freitag und den Montag gerne frei haben oder für Heimarbeit nutzen, balle sich der Verkehr am Dienstag und am Donnerstag. Wenn auch der Dienstag laut Tom Tom nicht so verkehrsreich ist wie der Donnerstag, ist er doch der Tag, an dem die meiste zusätzliche Zeit auf der (Pendel-)Strecke bleibt.

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