Die Möhringer hoffen auf ein Park-and-Ride-Parkhaus im Fasanenhof. Foto: Archiv Simone Bürkle

Die Grünen-Fraktion im Stuttgarter Gemeinderat gibt der Verwaltung den Auftrag, eine neue Parkhausvariante auf dem Fasanenhof zu prüfen.

Möhringen - Ein Antrag der Grünenfraktion im Gemeinderat an die Stadtverwaltung dürfte in Möhringen mit Genugtuung aufgenommen werden. Sie fordern die Verwaltung auf, ein Park-and-Ride-Parkhaus am Fasanenhof und dessen Anbindung an den Öffentlichen Personennahverkehr zu prüfen.

In ihrem Antrag stellen die Rathaus-Grünen fest, dass bisher nur über ein Parkhaus an der Nord-Süd-Straße am Möhringer Freibad diskutiert werde. „Dass dies in Möhringen auf wenig Gegenliebe stößt, überrascht durch die erforderlichen Versiegelungen, die damit einhergehenden Baumfällungen und dem erforderlichen Ausbau der Nord-Süd-Straße nicht“, heißt es in dem von der Grünen-Fraktionsvorsitzendenden Anna Depernay-Grunenberg und den Stadträten Björn Peterhoff und Beate Schiener unterzeichneten Antrag. Nun komme aus dem Fasanenhof der Vorschlag, ein großes Parkhaus entlang des Fasanenhofs über die A 8 zu spannen. Damit könnten Autofahrer aus der Richtung Reutlingen und Tübingen von der B 27 ins Parkhaus fahren und auf dem Rückweg wieder direkt auf die B 27. Außerdem wäre die Nord-Süd-Straße von diesen Autofahrern nicht tangiert, eine Versiegelung der Böden fände nicht statt. Mit dem Projekt ließe sich die vom Kommunalen Arbeitskreis Filder geforderte Grünbrücke über die A 8 verwirklichen, und das neue Parkhaus diene vielleicht als Schutzwall gegen der Verkehrslärm auf der A 8. Mit einer neuen Stadtbahnhaltestelle oder einer kombinierten Station für eine urbane Seilbahn auf dieser Parkbrücke über die Autobahn, oder an der Autobahn oder der B 27 entlang, ließe sich ein attraktives Angebot im öffentlichen Nahverkehr realisieren. Das Bosch-Parkhaus an der Messe zeige, was beim Bauen möglich sei.

Der Bezirksbeirat hat die Idee ins Spiel gebracht

In der vergangenen Sitzung des Bezirksbeirats hatte die CDU das lärmabweisende Parkhaus ins Spiel gebracht. „Wir haben den Standort angeregt, als wir über die Nachverdichtung im Fasanenhof gesprochen haben. Es ging uns darum, Parken und Lärmschutz in Einklang zu bringen“, sagt der Vorsitzende der CDU-Bezirksbeiräte Fred Wagner. Damit, und mit einem weiteren Parkhaus könne man auch den Kreisverkehr in Fasanenhof-Ost entlasten. Eine Seilbahn werde nicht gebraucht: „Wer fährt zum Beispiel jetzt bei der Kälte mit einer Seilbahn?“ Der einzige Vorteil des Standorts beim Freibad wäre die Tatsache gewesen, dass der Grund und Boden bereits der Stadt gehöre. Der Grünen-Bezirksbeirat Hartmut Ellinger favorisiert ein Parkhaus im Fasanenhof: „Der Standort am Freibad wäre Unsinn. Er ist so nahe am Industriegebiet, dass ein Autofahrer wegen 500 Metern nicht in ein öffentliches Verkehrsmittel umsteigt. Es wäre schön, wenn wir im Fasanenhof weiterkämen. Ich fürchte nur, dass der Grund und Boden an der Autobahn dem Bund gehört. Dann liegt möglicherweise ein zähes Verfahren vor uns“

Dass für das Parkhaus dringender Bedarf besteht, um Möhringen und Vaihingen vom Durchgangsverkehr zu entlasten, ist unstrittig. Stadtplaner rechnen durch die Ansiedlung von Firmen mittelfristig mit etwa 18 000 neuen Beschäftigten. Auf Ablehnung stoßen Gedankenspiele, ein Park-and-Ride-Parkhaus beim Freibad zu bauen. Von dort könnten die Pendler mit einer Seilbahn zum Synergiepark und zum Eiermann-Campus gebracht werden. Gegebenenfalls ließe sich die Seilbahn noch bis zum Eiermann-Areal und zum Flughafen verlängern. Damit will man Pendler aus dem Raum Tübingen und Reutlingen von der Straße holen. Im Doppelhaushalt ist Geld für eine Machbarkeitsstudie bereits vorgesehen.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: