Die Teilsignalisierung des Kreisverkehrs kostet 110 000 Euro. Foto: Alexandra Kratz

Am Kreisel im Gewerbegebiet Fasanenhof-Ost kommt es am Feierabend oft zu langen Staus. Ab dem Frühjahr soll nun alles besser werden.

Fasanenhof - Es ist ein Hoffnungsschimmer. Seit Montag sind die Bauarbeiter am Kreisverkehr Schelmenwasen im Einsatz. Die Stadt will dort Ampeln aufstellen, damit der Verkehr aus dem Gewerbegebiet Fasanenhof-Ost künftig besser abfließt. Bislang kommt es dort im Abendverkehr oft zu Rückstaus. Die Verwaltung hat schon einige Beschwerdebriefe und sogenannte Gelbe Karten erhalten. Die CDU-Gemeinderatsfraktion griff das Thema in einem Antrag auf. Im November schließlich stellten Vertreter des Tiefbauamts und des Ordnungsamts im Bezirksbeirat ein Konzept vor, wie sie dem Problem Herr werden wollen.

Das Ziel ist es, dass der Verkehr aus dem Gewerbegebiet besser abfließen kann. Dazu soll es vor dem Kreisverkehr eine zusätzliche Ampel geben. Wenn diese Rot zeigt, können die von der B 27 kommenden Autos eine Zeit lang nicht in den Kreisel einfahren. So haben die Autofahrer aus dem Gewerbegebiet die Chance, sich einzufädeln. In das System eingebunden werden verschiedene Kontaktschleifen, die mit der Ampelsteuerung verbunden sind. Je nachdem, bis wohin sich die Autos stauen, ist die Ampel in Betrieb oder aus, beziehungsweise haben die Autofahrer von der B 27 kommend länger grün oder die auf der Schelmenwasenstraße.

Mitarbeiter der IVLZ haben ein Auge auf die Situation

Zusätzlich sind zwei Kameras geplant. Mit deren Hilfe können die Mitarbeiter der Integrierten Verkehrsleitzentrale (IVLZ) in Bad Cannstatt das Geschehen im Gewerbegebiet beobachten und bei Bedarf eingreifen. Weil der Stau in dem Gewerbegebiet nur ein temporäres Problem ist, soll die Ampel nur zur Stoßzeit in Betrieb sein, also etwa zwischen 15 und 17.30 Uhr.

Die Teilsignalisierung eines Kreisverkehrs ist in Stuttgart neu. Für die Stadt ist es so etwas wie das letzte Mittel, um am Ausgang des Gewerbegebiets Fasanenhof-Ost für einen besseren Verkehrsfluss zu sorgen. Das Projekt kostet etwa 110 000 Euro. Die Bauarbeiten sollen bis Ende März abgeschlossen sein. Aber auch wenn die Ampel in Betrieb ist, wird sich das Problem wohl nicht sofort lösen. Das kündigte die Verwaltung bereits im November im Bezirksbeirat an. Denn die Fachleute müssen zunächst beobachten, wie sich die Verkehrsströme entwickeln. Die Verwaltung rechnet mit einer Testphase von etwa einem halben Jahr, in dem die Experten die Feinjustierung der Rot- und Grünphasen vornehmen. Die Bauarbeiten selbst führten am Montag zunächst einmal zu einem langen Rückstau auf der B 27 in Richtung Stuttgart. Denn aktuell können die Autofahrer den Kreisverkehr nicht komplett durchfahren. Sie müssen ein Stück durch das Gewerbegebiet und dann zweimal links abbiegen, um wieder in Richtung Möhringen fahren zu können.

Seit 2014 macht der Kreisverkehr Probleme

Den Kreisverkehr am Schelmenwasenring gibt es seit 2007. Seit knapp drei Jahren macht er Probleme. Die Stadt handelte bereits 2015. Sie justierte an den bereits bestehenden Ampeln an der Brücke über der B 27 und an der Kurt-Schumacher-Straße nach. Doch diese Maßnahmen reichten aus verschiedenen Gründen nicht mehr aus. So belasten zum Beispiel die Laster, welche die Stuttgart-21-Baustelle am Ende des Gewerbegebiets bedienen, den Schelmenwasenring zusätzlich. Und eine separate Abfahrt für die Baustellenfahrzeuge lässt sich wegen des abgeschlossenen Planfeststellungsverfahrens nicht mehr realisieren.

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