Vor dem Café Weimer gilt demnächst Tempo 20. Foto: Patricia Sigerist

Bereich mit reduzierter Geschwindigkeit wird vom Rathaus-Carrée bis zum Platz an der Schmerstraße verlängert. Die Straße wird vermutlich in Ocker gestrichen. Die sechsmonatigen Bauarbeiten beginnen nach dem Fellbacher Herbst 2019.

fellbach - Auf Höhe des Fellbacher Stadtmuseums darf der rechte Fuß wieder ein bisschen kraftvoller zudrücken: Dort, auf Höhe des Entenbrünneles, lässt man als Autofahrer den Bereich des Rathaus-Carrées hinter sich. Damit endet auch die Tempo-20-Zone in der Hinteren Straße – und auf der Strecke weiter Richtung Kappelberg gilt 30 Stundenkilomater als Maximalgeschwindigkeit. Noch.

Denn spätestens in einem Jahr wird die Tempo-20-Zone um rund 150 Meter weiter gen Süden verlängert. Das hat der Bauausschuss des Gemeinderats in seiner jüngsten Sitzung beschlossen. Die Einbremsung der Auto- oder Mopedfahrer in diesem Gebiet ist allerdings eher ein Nebenprodukt der eigentlichen Entscheidung für den dort vorgesehenen neuen Platz. Denn das Auf­einandertreffen der Hinteren Straße, der Schmerstraße, der Weimerstraße und der Lindenstraße soll demnächst kräftig aufgehübscht werden. Vorgesehen ist, wie Sevdalina Böhme vom Tiefbauamt erläuterte, „eine Aufwertung der Fläche und eine Steigerung der Aufenthaltsqualität“.

Eine Besonderheit hat man sich im Rathaus allerdings für die Straße selbst ausgedacht

Die Aktion ist Bestandteil des großen Sanierungsgebiets Schmerstraße/Weimerstraße. In diesem Zusammenhang wurden mittlerweile die Gebäude Weimerstraße 36 – also das neue Café Weimer – und Hintere Straße 47 (bekannt als Weinstube Mack) saniert. Speziell das Café Mack sei „sehr schön geworden“, urteilte die Fellbacher Baubürgermeisterin Beatrice Soltys. Nun müsse auch die zugesagte Neugestaltung des Kreuzungsbereichs, die „immer wieder verschoben“ wurde, zügig umgesetzt werden.

„Der Gesamtbereich soll wie eine Platzfläche wirken“, erläuterte Sevdalina Böhme. Als Referenzgröße gilt, wie für einige andere Neugestaltungen in Fellbach, auch hier das Rathaus-Carrée. Ähnlich wie in dem Bereich nahe der Verwaltungszentrale soll auch weiter oben in der Hinteren Straße der Gehweg gepflastert werden.

Eine Besonderheit hat man sich im Rathaus allerdings für die Straße selbst ausgedacht. „Für die Fahrbahn ist eine farbige Asphaltdecke vorgesehen“, erklärte Böhmer. Vorgesehen ist von den Farbexperten der Bauverwaltung offenbar ein Anstrich in Ocker oder dunklerem Gelb, wie das Presseamt auf Nachfrage erläutert. „Ein gefärbter Asphalt sieht schön aus“, freut sich Baudezernentin Soltys bereits jetzt auf den Anblick in gut einem Jahr.

Auf dem neugestalteten Platzbereich sind außerdem drei neue Baumstandorte vorgesehen. Die Quartiere werden mit befahrbarem Baumsubstrat befüllt, um „eine optimale Umgebung für Bäume im Straßenbereich“ zu gewährleisten. Optisch werden die Bereiche mit begehbaren Betonbaumscheiben in den neuen Pflasterbelag integriert. Als Bäume sind schmalkronige Sorten auserkoren, „die an den Klimawandel angepasst sind“, versicherte die Baubürgermeisterin. Die Umgestaltung des Platzes nutzen die Stadtwerke Fellbach außerdem für eine Erneuerung der in die Jahre gekommenen Abwasserleitungen.

Die Bauarbeiten sollen nach dem Fellbacher Herbst 2019 beginnen

Ursprünglich hatte die Verwaltung für den Bereich keine Tempo-20-Zone vorgesehen. Dass diese nun doch kommt, entwickelte sich erst im Laufe der Diskussion. Denn derzeit sind die Straßenzüge in dem Bereich durch eine Grünflächeninsel voneinander getrennt. Die Beamten wollten an dieser Stelle eine Querungshilfe für Fußgänger bauen. „Diese ermöglicht einen besseren Zugang zum Café und verkürzt die Übergangswege im Straßenraum, sodass die Verkehrssicherheit erhöht wird“, hieß es in den schriftlichen Erläuterungen.

Um sein Expertenwissen gebeten, erklärte darauf Ordnungsamtsleiter Peter Bigalk, „wenn wir dort Tempo 20 machen, würde die Querungshilfe entfallen“. Das griffen die Räte umgehend auf. „Wenn man Tempo 20 bis dorthin hochzieht, tut das keinem weh und die Querungshilfe braucht man dann nicht“, erklärte etwa Jörg Schiller (CDU). So kam’s denn auch, und Tempo 20 ging wie die gesamte Umgestaltung des Platzes bei vier Enthaltungen durch.

Die Bauarbeiten sollen nach dem Fellbacher Herbst 2019 beginnen und dürften fünf bis sechs Monate dauern – also etwa Ende März 2020 abgeschlossen sein. Die Kosten liegen bei 240 000 Euro. Allerdings gibt es im Rahmen des Sanierungsgebiets Schmerstraße eine Förderung durchs Land von 150 Euro je Quadratmeter, in der Summe sind dies 90 000 Euro.

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