Vier Untersuchungsgebiete bis zur Bahnlinie werden aktuell unter die Lupe genommen. Foto: Stadt Fellbach

Durch die neuen Tarifzonen im Nahverkehr und das Stuttgarter Dieselfahrverbot hat sich die Zahl der in Fellbach nach einem Stellplatz suchenden Pendler deutlich erhöht. Die Stadt will gegensteuern – unter anderem mit Anwohner-Zonen.

Fellbach - Das Dieselfahrverbot in Stuttgart beschert den Bürgern nicht nur im Fellbacher Lindle eine wachsende Parkplatznot. Auch rund um den Bahnhof und in den Wohnstraßen entlang der Stadtbahn hat sich der Suchverkehr nach freien Stellplätzen verschärft, seit die Landeshauptstadt im Januar die Fahr-zeuge mit Euro-4-Norm ausgesperrt hat.

Auch beim Discounter gegenüber werden Strafzettel verteilt

Hinzu kommt die seit April gültige Tarifreform im öffentlichen Nahverkehr. Seit Fellbach ein Teil der neuen Tarifzone 1 ist, kostet das Einzelticket in die Stuttgarter City nur 2,50 Euro. Weil der Umstieg auf Bus und Bahn deutlich günstiger geworden ist, steuern Pendler verstärkt Fellbach an – und suchen Stellplätze, die in Laufweite zur Stadtbahn liegen.

Der Gartenmarkt Pflanzen-Kölle hat bereits reagiert und lässt nicht zum Einkauf aufs Gelände fahrende Falschparker kurzerhand abschleppen. Der 100 kostenlose Stellplätze bietende P + R-Platz in der unmittelbaren Nachbarschaft ist schließlich in aller Regel schon frühmorgens voll belegt, teilweise stellen Dauerparker ihr Gefährt direkt vor der Ladentüre ab.

Gearbeitet wird auch im Fellbacher Rathaus an einem Konzept

Auch beim Discounter gegenüber werden Strafzettel verteilt, im von ganz ähnlich gelagerten Problemen betroffenen Rems-Murr-Center arbeiten die Eigentümer und Betreiber aktuell an einem Konzept für die bessere Nutzung der bestehenden Parkflächen – schließlich steht Anwohnern und Geschäftsleuten in diesem Bereich mit der Fertigstellung des Wohnhochhauses Schwabenlandtower über kurz oder lang ein Parkproblem in einer ungleich größer wirkenden Dimension ins Haus.

Gearbeitet wird auch im Fellbacher Rathaus an einem Konzept. 25 000 Euro gibt die Stadt allein für die vorbereitenden Untersuchungen aus. Erste Erhebungen eines mit der Parkraumfrage betrauten Stuttgarter Büros fanden bereits im Gebiet zwischen Bahnhof und Stuttgarter Straße statt. Und auch im Bereich rund um den Schwabenlandtower und das Rems-Murr-Center erfassten Mitarbeiter bei Ortsbegehungen nicht nur die Zahl der verfügbaren Stellplätze am Straßenrand, sondern auch die Kennzeichen geparkter Fahrzeuge. Ermittelt werden soll durch die auch auf nächtliche Begehungen gestützte Untersuchung, zu welchen Tageszeiten der Parkdruck am höchsten ist.

Die Befragung der Anwohner nach dem persönlichen Fahrzeugbestand fließt ebenso in die Untersuchung

Hintergrund ist offenbar der Gedanke, mit ausschließlich für die Autos der Anwohner reservierten Stellflächen nach Parkplätzen suchende Pendler in vielen Straßenzügen auszusperren. Nach den Bereichen Fellbach-Nord und Schwabenlandtower soll die Untersuchung auf das unter „Fellbach-Süd“ laufende Gebiet zwischen der Stuttgarter Straße und der Tainer Straße ausgedehnt werden. Und: Auch das durch den Stadtbahn-Halt an der Beskidenstraße besonders unter dem Parkdruck leidende Lindle wird in der ersten Tranche unter die Lupe genommen. Die Befragung der Anwohner nach dem persönlichen Fahrzeugbestand fließt ebenso in die Untersuchung ein wie die Auswertung des Kfz-Melderegisters.

Denn eingerichtet werden kann eine Bewohnerparkzone nur dann, wenn der hohe Parkdruck durch auswärtige Autos auch nachgewiesen ist. „Für eine hohe Akzeptanz bei den Bewohnern müssen die Regeln einfach, transparent und nachvollziehbar sein“, heißt es in einer Beratungsvorlage aus dem Fellbacher Rathaus. Befassen sollen sich die neu gewählten Stadträte bereits im Juli mit ersten Erkenntnissen der Bestandsaufnahme. Ende Oktober sollen dann die konkreten Eckpunkte für die Parkraumbewirtschaftung in den untersuchten Gebieten beschlossen werden. Im Anschluss an die Sitzung findet eine mehrwöchige Beteiligungs-runde statt, in der Bürger und Gewerbetreibende ihre Meinung zum Konzept äußern können. Parallel dazu werden die Daten aus dem Bereich des Rems-Murr-Centers mit dem geplanten Mobilitätskonzept für die künftigen Bewohner des Schwabenlandtowers verknüpft. Es folgt ein Vorschlag, wie der ruhende Verkehr in dem Bereich organisiert werden soll.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: