Nach den Linken macht jetzt auch die SPD Druck im Esslinger Gemeinderat. Das Thema schwelt seit Langem. Die Verwaltung soll jetzt die Kosten prüfen.
Esslingen - Der Wunsch nach einem Steg, der die Stadtteile Weil, Brühl und Mettingen verbindet, wird lauter. Nachdem zuletzt die Gemeinderatsfraktion der Linken einen Fuß- und Radweg über die B 10 gefordert hatten, legt nun auch die SPD noch mal nach. Im Zusammenhang mit dem aktuell laufenden „Sanierungsgebiet Mettingen-West, Brühl, Weil“ möchte die Ratsfraktion der SPD, dass die Stadtverwaltung die Fördermöglichkeiten prüft, die Kosten kalkuliert und auch einen möglichen Zeitplan aufstellt.
Beide Fraktionen argumentieren ähnlich. Sinn würde ein Steg in vielerlei Hinsicht machen. Menschen aus Mettingen und Brühl bekämen die Gelegenheit, im Neckar-Center einzukaufen oder den Sportpark zu besuchen, ohne das Auto aus der Garage und den Weg über die Hanns-martin-Schleyer-Brücke nehmen zu müssen. Umgekehrt würde es für die Schüler aus Weil, die in Mettingen zur Schule gehen, einfacher werden. Sie müssten nicht länger ein Umweg machen und hätten zudem den unangenehmen Weg durch eine Unterführung gespart. Zudem wäre die S-Bahn in Mettingen künftig zu Fuß oder mit dem Rad erreichbar. Der Weg in die Stadtteile Weil (hinter der B 10) und Mettingen (hinter B 10 und Neckar) bekäme eine zusätzliche Bedeutung durch den Bau der „Salucci-Höfe“ in Weil. Auf fast 18 000 Quadratmetern entstehen hier Wohnungen für 600 Menschen, für die der Weg nach Mettingen zur Schule oder S-Bahn weniger umständlich werden würde. Der Steg, so eine alte Schätzung, würde einen höheren einstelligen Millionenbetrag kosten.
Es ist nicht der erste Anlauf der SPD in dieser Sache. Das Thema geistert schon seit Jahren über die Tagesordnungen von Ausschüssen und Gemeinderatssitzungen. Zuletzt hatte die SPD-Fraktion im August 2017 ein Konzept eingefordert. Doch das Projekt bliebt in den Kinderschuhen stecken: Zu hohe Kosten, zu langer Planungsvorlauf. „Wir halten eine Realisierung dieses Stegs weiterhin für sinnvoll“, sagte jetzt Nicolas Fink, Vorsitzender der SPD-Fraktion. Heidi Bär, SPD-Sprecherin im Ausschuss für Technik und Umwelt, betonte: „Wir wollen die Voraussetzungen dafür schaffen, dass mehr Menschen zu Fuß und mit dem Rad sicher unterwegs sein können. Dazu könnte dieser Steg einen wertvollen Beitrag leisten.“ Christa Müller, SPD-Sprecherin im für die Finanzierung zuständigen Verwaltungsausschuss, hofft: „Ob eine Finanzierung mithilfe von Förderprogrammen und Mitinvestoren in der mittelfristigen Finanzplanung darstellbar ist, werden die Antworten der Verwaltung zeigen.“
Im Juli hatten die Linken schon einmal das Thema angesprochen und mit einem ungewöhnlichen Finanzierungsvorschlag verbunden: Auf den rund 27 Millionen Euro teuren Neubau der Hanns-Martin-Schleyer-Brücke könne verzichtet werden. Ein Teil des eingesparten Geldes könne für den Bau des Stegs verwendet werden.