Das war einmal: Für drei Euro, später für 3,50 Euro, einen Tag lang beliebig oft im Stadtgebiet fahren. Foto: Ines Rudel

Rund 50 Kommunen im Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart (VVS) haben es, Esslingen aber hat es abgeschafft: das Stadtticket. Jetzt dringt der Seniorenrat darauf, es wieder einzuführen.

Der Seniorenrat in Esslingen will das Stadtticket wieder haben. Im April 2019 war die subventionierte Tagesfahrkarte eingeführt, im Frühjahr 2023 wieder abgeschafft worden. Im Herbst 2023 stand sie kurz vor der Wiedereinführung, weil sich fast alle Fraktionen im Gemeinderat dafür aussprachen. Doch im Frühjahr dieses Jahres war dann klar: So schnell kommt sie nicht wieder. Aus einer Arbeitsgruppe, die sich mit der Wiedereinführung beschäftigte, hieß es vor einigen Monaten, es gebe keine belastbaren Zahlen zu den Kosten und keinen geeigneten Finanzierungsvorschlag.

 

In einem offenen Brief an den Esslinger Oberbürgermeister Matthias Klopfer und die Fraktionen schreibt der Seniorenrat jetzt von dem „Unmut, dass nach anfänglichen, positiven Signalen seitens der Gemeinderatsfraktionen eine Wiedereinführung wieder ungewiss scheint“.

Viele Bürger nutzten das Ticket

Viele Bürgerinnen und Bürger hatten das kostengünstige Ticket genutzt, um das Auto stehen zu lassen und mit dem Bus in die Stadt zum Einkaufen, zum Arzt oder zum Essenstreff zu fahren. Viele seien sogar auf die öffentlichen Verkehrsmittel angewiesen. „Das Stadtticket ist somit ein wichtiger Baustein für die nachhaltige Mobilität und ökologisch sinnvoll, da es die Menschen dazu bewegt, auf den öffentlichen Nahverkehr umzusteigen“, heißt es in dem Brief.

Das 49-Euro-Ticket, über dessen Erhöhung am Montag die Verkehrsminister von Bund und Ländern diskutierten, sei keine Alternative und darüber hinaus für viele Rentnerinnen und Rentner einfach zu teuer. Das Stadtticket werde lediglich für spontane Gelegenheitsfahrten genutzt und sei darüber hinaus auch eine erhebliche Entlastung für armutsgefährdete Menschen, die sich eine Fahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln sonst kaum leisten könnten.

Nur der Gemeinderat kann entscheiden

Über eine Wiedereinführung kann nur der neue Gemeinderat entscheiden. Die Sitzungsperiode beginnt in dieser Woche. Ob das Thema wieder auf die Tagesordnung kommt, ist noch ungeklärt. In einer ersten Ausschusssitzung wird es zunächst einmal um einen Nachtragshaushalt gehen, unter anderem, weil die Stadt mehr Geld braucht als sie ursprünglich geplant hatte.