Die Esslinger Boomviertel Weststadt und die Pliensauvorstadt sollen mit einer Brücke verbunden werden. Noch ist das nur ein Vorschlag, doch die Zahl der Befürworter wächst.
Zahlreiche Befürworter hat die Idee einer neuen Brücke zwischen der Esslinger Weststadt und der Pliensauvorstadt – nun haben sich auch die Grünen positiv geäußert: „Wir begrüßen dieses wichtige Vorhaben“, sagte Carmen Tittel, Fraktionschefin der Grünen im Esslinger Gemeinderat. „Er könnte in der Pliensauvorstadt auf Höhe der Dieselstraße gebaut werden. Aber wenn es weiter Richtung Innenstadt sein soll, sagen wir auch nicht Nein.“
CDU und SPD hatten sich bereits positiv geäußert, auch diese beiden Fraktionen im Gemeinderat wollen die Brücke – notfalls auch auf Kosten des Alicenstegs, einer Brücke, die saniert werden müsste und den Merkelpark mit dem Eisberg verbindet. Der Alicensteg ist seit zehn Jahren für Fußgänger und Fahrradfahrer gesperrt. Er hat fast schon Kultstatus in Esslingen. Sein Erhalt hat aber nicht mehr viele Befürworter.
Vorsichtiger äußert sich Rena Farquhar von der FDP-Fraktion. Die Alternative zum Alicensteg müsse im Rahmen einer Gartenschau geprüft werden. Eine Gartenschau wird im Gemeinderat ebenfalls befürwortet. Sie könnte frühestens im Jahr 2038 nach Esslingen kommen. Das ist der nächstmögliche Termin. Bis 2036 ist die Landesgartenschau in Baden-Württemberg bereits vergeben.
Zwei boomende Stadtviertel in Esslingen
Auch die Linke hat sich eindeutig positioniert: Sie unterstützt „die Bestrebungen, eine Wegverbindung zwischen der Weststadt und der Pliensauvorstadt zu installieren mit ganzer Kraft“. Allerdings sollte diese Brücke keine Alternative, sondern eine Ergänzung des Alicensteg sein. Ähnlich sieht es Hermann Beck von der Ratsgruppe „WIR/Sportplätze erhalten“.
Geht die eine Brücke auf Kosten einer anderen?
In der Innenstadt West leben zurzeit rund 4500 Menschen. In den vergangenen zehn Jahren stieg die Zahl der Bewohner um fast 25 Prozent. In der Pliensauvorstadt sind es mehr als 7000 Menschen. Hier betrug der Zuwachs in den vergangenen zehn Jahren mehr als elf Prozent.