An der Kreuzung Schorndorfer/Plochinger Straße soll sich einiges ändern, damit der Verkehr künftig besser fließt. Foto: Ines Rudel

Die Stadt Esslingen will eine neue Linksabbiegespur in der Schorndorfer Straße einrichten. Diese soll für Entlastung auf der hoch frequentierten Verbindung zwischen Schurwald und Neckar sorgen.

Was den Verkehr angeht, ist die Schorndorfer Straße eines der größten Sorgenkinder der Stadt Esslingen. Die starke Belastung der auch für den überörtlichen Verkehr wichtigen Verbindung vom Schurwald hinunter zum Neckar ist schon lange ein Problem – sowohl für die Verkehrsteilnehmer als auch für die Anwohner. Immer wieder wurden in den vergangenen Jahren Lösungen gegen Lärm, Stau und dicke Luft ersonnen – zuletzt wurden eine verkehrsabhängige Ampelsteuerung und Tempo 30 eingeführt. Nun will man mit einer neuen Linksabbiegespur in die Plochinger Straße für Entlastung sorgen.

 

Busse müssten sich künftig in den regulären Verkehr einreihen

Bislang ist es nicht möglich, von der Schorndorfer Straße aus direkt nach links auf die Plochinger Straße einzubiegen. Das führt dazu, dass viele, die bergab fahren und in Richtung Zell oder Plochingen unterwegs sind, nach links in die Hindenburgstraße abbiegen und sich ihren Weg über Seitenstraßen suchen. Mit dem neuen Linksabbieger in die Plochinger Straße soll daher unter anderem eine Entlastung der Wohngebiete erreicht werden. Dafür sollen die Spuren an der Kreuzung neu aufgeteilt werden: Die Rechtsabbiegespur für die Busse entfällt, diese müssen sich künftig in den regulären Verkehr einreihen. Dadurch wird Platz für den Linksabbieger frei. Gleichzeitig soll die Bushaltestelle entfallen und stattdessen vor dem Bereich Lammgarten platziert werden. Auch die Fußgängerampel an dieser Stelle soll wegfallen – es gebe genügend Alternativen in der Nähe, heißt es aus dem Rathaus.

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Außerdem soll es künftig nicht mehr möglich sein, von der Schorndorfer Straße aus in Fahrtrichtung bergab nach links in die Hindenburgstraße abzubiegen. Die hier bislang als Linksabbieger genutzte Spur soll dem Verkehr bergauf zugeschlagen werden. Denn vor allem in den abendlichen Stoßzeiten kommt es laut der Stadtverwaltung oft zu Rückstaus unterhalb der Hirschlandstraße, weil die Linksabbiegespur in diese zu kurz sei. Daher blockierten die wartenden Fahrzeuge den Weg geradeaus Richtung Oberhof und Hegensberg. Mit einer Verlängerung dieses Linksabbiegers will man dem entgegen wirken.

Bushaltestelle für Fahrten stadtauswärts soll entfallen

Darüber hinaus soll die Bushaltestelle in der Hindenburgstraße für Fahrten stadtauswärts entfallen. Denn sie liege so nah an der Kreuzung, dass der Halt der Busse oft zu Rückstaus führe, die vielfach sogar über die Kreuzung hinausreichten. Dann könnten die Grünphasen in der Schorndorfer Straße nicht optimal genutzt werden, so die Stadt. Deshalb sollen die Buslinien 102 und 103 künftig über die Weiherstraße geführt werden. Diese muss allerdings zuvor noch saniert werden – was bereits für dieses Jahr geplant ist.

Der Linksabbieger von der Schorndorfer in die Plochinger Straße wiederum kann erst eingerichtet werden, wenn die Buslinien verlegt wurden – also voraussichtlich im kommenden Jahr. Die Stadt rechnet mit Kosten von rund 200 000 Euro für das Vorhaben.

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Im Rathaus erhofft man sich eine erhebliche Entlastung der Schorndorfer Straße durch diese Änderungen – und zwar für alle Seiten. „Die Probleme gelten für alle Verkehrsarten dort – wir wollen eine Lösung, die alle zufrieden stellt“, erklärt der Stadtplaner Jasdeep Singh. Beschlossen sind die Vorhaben allerdings noch nicht. In der jüngsten Sitzung des Mobilitätsausschusses wurden die Vorschläge zwar prinzipiell begrüßt, dennoch wollte man die Entscheidung noch einmal vertagen. Vor allem Tim Hauser, Fraktionsvorsitzender der CDU, sowie Sven Kobbelt (FDP) zeigten sich skeptisch, ob die Auswirkungen der geplanten Veränderung nur positive Folgen haben. „Wir lösen ein Problem und schaffen damit vielleicht ein neues“, formulierte es Hauser. Denn durch den neuen Linksabbieger in die Plochinger Straße falle eine Geradeausspur an der Kreuzung weg – dadurch könne es hier zu Rückstaus kommen. Hermann Falch (Freie Wähler) indes hielt den Verzicht auf die Bushaltestelle in unmittelbarer Nähe zur Herderschule für problematisch. Im Zweifelsfall mute man den Schülern dadurch längere Wege zu. Das befürchtet Tobias Hardt, Fraktionschef der Linken, für die Fußgänger an der Kreuzung Schorndorfer/Plochinger Straße. Die Fußgängerampel dort müsse erhalten bleiben, forderte er. Am 11. April soll erneut über das Thema debattiert werden.

Projekte zur Entlastung

Verkehrssteuerung
 Mit einer dynamischen Steuerung der Ampeln, die selbstständig auf die Verkehrsdichte reagieren kann, versucht die Stadt, den Verkehrsfluss auf der Schorndorfer Straße zu verbessern. „OptiflussES“ heißt das System, das seit April des vergangenen Jahres im Einsatz ist. Nach mehreren Nachjustierungen zeigte man sich im Rathaus im vergangenen Herbst zufrieden mit der Technik. Auch der Bürgerausschuss Oberesslingen begrüßte die neue Ampelsteuerung, betonte aber, dass man diese nicht als Lösung der Verkehrsprobleme im Stadtteil sehe. Da müsse noch einiges mehr kommen, hieß es.

Tempo 30
 Seit Dezember 2021 gilt in der Schorndorfer Straße auch ein Tempolimit. Autofahrer dürfen höchstens 30 Kilometer pro Stunde fahren. Damit soll vor allem der Geräuschpegel auf der Oberesslinger Hauptverkehrsachse reduziert werden. Die Maßnahme ist Teil des Lärmaktionsplans der Stadt.