Die Fernstraße zwischen Böblingen und Sindelfingen wird sechspurig und einen überirdischen Lärmschutztunnel erhalten. Bevor die Arbeiten beginnen können, muss der Boden untersucht werden. Foto: factum/Archiv

Von Mitte November an wird der Boden auf der Ausbaustrecke der A81 bei Böblingen und Sindelfingen erkundet. Für die Autofahrer heißt das: erhöhte Staugefahr. Gebohrt wird aber vor allem nachts.

Böblingen/Sindelfingen - Von Mitte November an wird auf der Ausbaustrecke der Autobahn 81 zwischen Böblingen-Hulb und Sindelfingen das Erdreich untersucht. Dazu soll auf dem 7,1 Kilometer langen Abschnitt 45 Mal in die Tiefe gebohrt werden. Insgesamt sind 458 Bohrmeter geplant, die Aufschluss über die Bodenbeschaffenheit geben sollen. Sechs Bohrlöcher sollen zu Grundwassermessstellen ausgebaut werden. Zur Prüfung des Bodenwiderstandes werden zudem 108 schwere Rammsondierungen vorgenommen. Die Erkundungen sind für die weitere Detailplanung der Ausbaustrecke und der Bauwerke erforderlich. Neben einem 850 Meter langen Lärmschutztunnel sind auch neue Straßenüber- und -unterführungen geplant.

Behörde: Die Sperrungen sollen nur von kurzer Dauer sein

Das Regierungspräsidium (RP) Stuttgart geht davon aus, dass es für die Anlieger der Fernstraße zu einer teils erheblichen Lärmbelästigung kommen kann. Die Arbeiten sollen etwa zwei Monate dauern und vorwiegend in der Nacht durchgeführt werden. Auch mit Verkehrsbehinderungen ist zu rechnen, weil während der Bohrungen in dem jeweiligen Arbeitsbereich der jeweils rechte Fahrstreifen gesperrt werden muss. Wie das RP versichert, sollen die Sperrungen so kurz wie möglich sein: „Alle Beteiligten sind bestrebt, die Arbeiten so rasch wie möglich auszuführen.“

Asphalt schluckt nicht genügend Lärm

Im September hatte das RP den Planfeststellungsbeschluss für den sechsstreifigen Ausbau erlassen. Mit den eigentlichen Bauarbeiten soll im Jahr 2020 begonnen werden. Die voraussichtliche Bauzeit dauert nach dem jetzigem Stand viereinhalb bis fünf Jahre. Die Gesamtkosten inklusive des 850 Meter langen überirdischen Lärmschutztunnels werden auf 226 Millionen Euro beziffert. Weil der Asphalt nicht genügend Lärm schluckt und nachts die Grenzwerte an rund hundert Häusern überschritten werden, sollen die betroffenen Anlieger Lärmschutzfenster erhalten.

Aktuelle Informationen über den Ausbau und sämtliche Straßenbaustellen im Land können im Internet unter www.baustellen-bw.de abgerufen werden.

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