Wildunfälle sind für Mensch und Tier gefährlich. Foto: dpa

Im Bereich der Filderebene gibt es zwei Straßen, die besonders gefährlich sind. Die Polizei gibt Tipps, wie man sich nach einem Zusammenstoß mit einem Tier verhalten sollte.

Filder - Die Gefahr lauert insbesondere in Waldgebieten. Rehe und Wildschweine rennen dort immer wieder unerwartet über Straßen und verursachen Unfälle. Die gehen nicht immer glimpflich aus. Erschreckt sich der Autofahrer, kann es sein, dass er das Lenkrad verreißt und sich deshalb mit seinem Gefährt überschlägt.

Die Polizei rät deshalb, in Waldgebieten oder dort, wo spezielle Schilder auf Wildwechsel hinweisen, vom Gas zu gehen. Oder aber – wenn der Zusammenstoß nicht mehr zu vermeiden ist – auf der Fahrspur zu bleiben und nicht auszuweichen. „Ansonsten kann es sein, dass man andere Menschen auf der Gegenspur in Gefahr bringt“, sagt Michael Schaal, Sprecher beim Polizeipräsidium Reutlingen.

Bescheinigung bestätigt Unfall

Wenn ein Wildunfall passiert ist, sei es ratsam, die Polizei zu rufen. „Dann können wir mit einer Bescheinigung den Wildunfall bestätigen“, sagt Schaal. Dies kann dann wiederum hilfreich sein, wenn der Schaden bei der Versicherung gemeldet wird. Die Teilkasko deckt solche Schäden in der Regel ab.

Bei vielen Unfällen verletzt sich das Tier außerdem so schwer, dass es nur noch getötet werden kann. Auch dann ist es hilfreich, die Polizei zu rufen. „Um das Tier von den Qualen zu erlösen, geben Polizisten dann auch den Fangschuss“, sagt Polizeisprecher Schaal. Falls das Wildschwein oder Reh nur leicht verletzt ist, aber trotzdem zu verbluten droht, wird der Jagdpächter von der Polizei verständigt. Er versucht, das Tier mit einem Hund aufzuspüren, um das Leiden zu beenden.

Lichtreflektoren sind hilfreich

„Das ist nicht immer ganz einfach“, sagt der Leiter des Hegerings Filder, Wolfgang Hinderer. Wegen des Verkehrs sei es für den Hund nicht ungefährlich, die Fährte am Straßenrand aufzunehmen. Hinderer hat die Erfahrung gemacht, dass die meisten Wildunfälle bei Nacht passieren. Deshalb seien die Lichtreflektoren an den Leitpfosten hilfreich. Sie erzeugen blaues Licht, das die Tiere offenbar besonders abschreckt.

Zu den Orten, wo die meisten Wildunfälle auf den Fildern passieren, zählt Hinderer die Verbindungsstraßen zwischen Plattenhardt und der Burkhardtsmühle sowie zwischen Echterdingen und Steinenbronn. Auch er rät dazu, dort nachts die Geschwindigkeit zu drosseln. Die Autofahrer bittet Hinderer, im Juli und August besondere Aufmerksamkeit walten zu lassen. Dann haben die Rehe nämlich Brunftzeit und werden angesichts ihres Liebeshungers offenbar so leichtsinnig, dass sie die Gefahren des Straßenverkehrs vollkommen unterschätzen.

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