Mit dem Ausbau der B 27 soll die Zahl der Staus auf der Bundesstraße auf den Fildern verringert werden. Foto: dpa

In Filderstadt und Leinfelden-Echterdingen freut man sich zwar, dass der Ausbau der stauträchtigen B 27 näher rückt. Doch einen Kritikpunkt gibt es: Die Rathaus-Chefs verstehen nicht, was an der Planung so lange dauern soll...

Filder - Nicht nur viele Autofahrer, auch die Anwohner von Ausweichstrecken warten seit Jahren auf den Ausbau der B 27. Nun wurde ein konkreter Schritt getan, um das Projekt zu realisieren. Das Regierungspräsidium hat den Planungsauftrag europaweit ausgeschrieben.

Fast jeden Morgen und auch immer wieder abends stehen die Autos im Berufsverkehr auf dem B-27-Abschnitt zwischen der B-312-Einmündung bei Aich und dem Echterdinger Ei im Stau. Viele Autofahrer wählen deshalb eine Ausweichroute über die Ortschaften. Davon sind dann vor allem Filderstadt und Leinfelden-Echterdingen betroffen.

Rathauschefs erleichtert

Von einer Verbreiterung der B 27 von vier auf sechs Fahrspuren erhofft man sich dort eine deutliche Entlastung. Deshalb sind die Rathausschefs der beiden Großen Kreisstädte auch erleichtert, dass nun, nachdem das Projekt schon lange in der Kategorie „vordringlicher Bedarf“ des Bundesverkehrswegeplans steht, die Umsetzung konkreter wird.

„Ich bin froh, dass die Planungen nun anfangen“, sagt Filderstadts Oberbürgermeister Christoph Traub und auch sein Kollege aus L.-E., Roland Klenk, freut sich, dass nun die lang ersehnte Verwirklichung des Ausbaus der Bundesstraße konkreter wird.

Beobachter wundern sich jedoch, dass der Planfeststellungsbeschluss voraussichtlich erst im Jahr 2024 gefasst werden soll. Baubeginn wäre laut Regierungspräsidium dann erst Ende 2025. Dabei überrascht besonders die lange Phase des Planfeststellungsverfahrens – vor allem deshalb, weil das Projekt nicht sehr umstritten ist. Von den Gemeinderatsfraktionen in Filderstadt und Leinfelden-Echterdingen haben sich bis auf die Grünen von L.E. alle für den Ausbau der Bundesstraße ausgesprochen. Selbst die Öko-Partei in Filderstadt ist dafür.

„Keine komplizierte Planung“

Die Planung an sich dürfte nach Auffassung von OB Traub ebenfalls nicht kompliziert sein. „Wir haben ja schon einen Straßenverlauf“, sagt er. Freilich werde durch den Ausbau der Straße wieder Filderboden versiegelt. „Im Vergleich zu anderen Projekten dürfte das aber der landschaftsschonendste Straßenbau sein.“

Oberbürgermeister Roland Klenk wundert sich dagegen nicht so sehr, dass das Planfeststellungsverfahren bis zum Jahr 2024 dauern soll. „Inzwischen sind wir es gewohnt, dass Infrastrukturmaßnahmen lange Planungszeiten haben“, sagt er. „Mir wäre es allerdings auch viel lieber, wenn das schneller ginge.“ Am 15. März will das Regierungspräsidium die beiden Oberbürgermeister über das weitere Vorgehen informieren. Dann wollen Traub und Klenk auch die lange Planungszeit hinterfragen.

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