Laut Veranstalter sollen beim Martinimarkt bis zu 15 000 Besucher über die Straßen geschlendert sein. Foto: Thomas Krämer

Tausende von Besuchern sind an den Ständen entlang der Gablenberger Hauptstraße vorbei flaniert. Die Chancen scheinen gut zu stehen, dass es den Markt auch im kommenden Jahr wieder geben wird.

S-Ost - Schönes spätherbstliches Wetter hat am Sonntag zahlreiche Menschen zum Martinimarkt an der Gablenberger Hauptstraße gelockt. „Als die Sonne herauskam, sind auch die Menschen gekommen“, freute sich Michael Harnisch, der zum Vorstand des Handels- und Gewerbevereins Gablenberg gehört. „Es war eine der besten Veranstaltungen der vergangenen Jahre.“ Rund 15 000 Besucher seien über die Straßen geschlendert, so seine Schätzung, die Geschäftsleute angesichts des tollen Besuchs sehr zufrieden. Mit vier, fünf Leuten habe man die Traditionsveranstaltung organisiert, ergänzt Harnisch. Den Löwenanteil daran habe Jürgen Wegst geleistet, der immer wieder für einen guten Branchenmix sorge.

Mehr als 60 Stände lockten die Besucher

Genau das hat auch die Menschen in den Stadtteil gelockt. „Man kann wunderbar durch die Geschäfte bummeln und hübsche selbst gemachte Sachen an den Ständen entdecken, das ist mir wichtig“, sagte eine Besucherin, die mit ihrem Nachwuchs zum Martinimarkt gekommen war. Sie dürfte an zahlreichen der insgesamt gut 60 Stände fündig geworden sein. Bei Anita Nagler und Dieter Göggerle beispielsweise, die einen kleinen Tisch mit Marmeladen, Martins in verschiedenen Likören aufgebaut hatten. „Wir haben alles verarbeitet, was der Garten hergibt“, sagten beide lachend.

Ganz andere Sachen hatte Vera Kirchhübel im Angebot. Sie bastelt aus alten Gesangsbüchern und Atlanten Dekoobjekte, Weihnachtskarten und vieles mehr. „Das alles in Handarbeit“, wie sie betont. Das gilt auch für Ingeborg Elsäßer, die ihren Stand vis-à-vis der Petruskirche aufgebaut hat. Auf ihrem Tisch liegen selbst gestrickte und selbst gehäkelte Dinge vom Topflappen bis hin zum Adventskranz. „Der Erlös aus dem Verkauf geht an die Kirchengemeinde“, so Elsäßer. Einem guten Zweck kommt auch das zugute, was die Damen des Untertürkheimer Handarbeitskreises verkaufen. Immer montags treffen sie sich, um beispielsweise Socken zu stricken und Hausschuhe aus Schaffell zu nähen. „Es ist schön, sich zum Arbeiten zu treffen und auch noch anderen mit den Produkten eine Freude zu machen“, sagt eine der Damen. Ein paar Meter entfernt stehen Margot, Dagmar und Heidelinde Roth. Das Familientrio verkauft selbst gemachtes Gebäck, Holzarbeiten, Wellnessprodukte sowie Weihnachtsschmuck – „weil es Spaß macht, hier mit den Leuten ins Gespräch zu kommen“, sagen sie.

Der HGV hofft, dass beide Märkte 2017 stattfinden dürfen

Und natürlich wurde auch für die Kinder einiges geboten: Das Zügle verkehrte auf der Hauptstraße, der Nachwuchs konnte auf Ponys reiten oder in der Kutsche von Gerhard Müller mitfahren, der schon seit mehr als 20 Jahren mit seinen Tieren beim Martinimarkt dabei ist. Vier Pferde hat er vor die Kutsche gespannt, und die haben auch einiges zu ziehen. „Wenn wir voll sind, wiegt der Wagen mitsamt Passagieren locker 1,2 Tonnen“, sagt Müller. Das würden die Ponys jedoch locker schaffen, „auch wenn es ganz gut bergauf geht.“

Nachdem der Martinimarkt auf der Kippe gestanden hatte, gab Harnisch nun vorsichtig Entwarnung. „Ich bin optimistisch, dass die Vernunft sich durchsetzt und es unsere beiden Märkte auch im kommenden Jahr geben wird.“ Grund für die Diskussion sei gewesen, dass die Gewerkschaft Verdi die Überlastung der Mitarbeiter befürchtet habe, aber auch, dass in der Innenstadt ein vergleichbarer Markt als Konkurrenz eingeführt werden sollte. Letzteres scheint vom Tisch zu sein „und mit Verdi haben wir uns geeinigt“, sagt Harnisch. Schließlich würden ohnehin vor allem die Inhaber an diesen verkaufsoffenen Sonntagen arbeiten. Der Mai- als auch der Martinimarkt seien für die Geschäfte – 30 beteiligten sich am Sonntag – eine wichtige Plattform, um sich zu präsentieren, betont Harnisch. Er hofft zudem, dass es zukünftig auch am Ostendplatz einen gemeinsamen Martinimarkt geben werde. Denn die Veranstaltung des mit den Gablenbergern kooperierenden Handels- und Gewerbevereins war nicht genehmigt worden.

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