In den vergangenen Jahren ging es mit dem ehemaligen Militärflughafen Hahn vorwiegend abwärts. Foto: dpa

Die Erfahrungen mit Investoren aus China sind hierzulande in den vergangenen Jahren überwiegend positiv gewesen. Freilich, ein Schutz vor Scharlatanen ist das nicht, meint die Wirtschaftsredakteurin Inge Nowak.

Stuttgart - Rheinland-Pfalz scheint großes Vertrauen in die Fähigkeiten chinesischer Investoren zu setzen. Würde eine sozialdemokratisch geführte Landesregierung ansonsten ihren Regionalflughafen Hahn in der strukturschwachen Hunsrück-Region an die Volksrepublik verkaufen? Dass die Chinesen durchaus beliebt als Investoren und zudem erfolgreich sind, dafür gibt etliche Beispiele. Putzmeister etwa. 2012 hat der chinesische Sany-Konzern den Weltmarktführer für Betonpumpen übernommen – und die Beschäftigung bis Ende 2020 gesichert. Negative Nachrichten hat man bisher aus dem eher schweigsamen Unternehmen nicht vernommen. Auch der Widerstand der Arbeitnehmervertreter der ZF-Sparte Gummi-Kunststoff scheint unbegründet gewesen zu sein. Auch zwei Jahre nach der Übernahme scheinen die Geschäfte zu laufen. Und der Vorstand des Roboterherstellers Kuka empfiehlt seinen Aktionären gar die Übernahme des lukrativen Übernahmeangebots des chinesischen Midea-Konzerns.

Positivbeispiele taugen nicht

Es lassen sich noch weit mehr Positivbeispiele finden – doch all die taugen nicht für eine Verallgemeinerung. Dies hätte die Mainzer Landesregierung, die den Verkauf an den weitgehend unbekannten Investor SYT nun glücklicherweise gestoppt hat, leicht herausfinden können. Denn es gibt einen ähnlichen Fall in Mecklenburg-Vorpommern. 2008 hat der Chinese Jonathan Pang den ehemaligen Militärflughafen in Parchim übernommen. Durchstarten wollte er; ein internationales Drehkreuz für Warentransporte sollte entstehen; eine Vielzahl neuer Arbeitsplätze hatte er versprochen. Doch von all diesen hochtrabenden Zielen ist nicht viel übrig geblieben. Anfang des Jahres brachte Pang als neue Idee ein „Airport Village“ ins Spiel. Reiche Russen, Chinesen und Araber wollte er zum Luxus-Einkauf in die strukturschwache Region einfliegen. Von einem wirklichen Neuanfang ist bisher wenig zu sehen.

Man braucht kein Pessimist zu sein – auch für den Hunsrück-Flughafen ist ein ähnliches Schicksal nicht ausgeschlossen, zumal der Investor nicht einmal eine tragfähige Strategie preisgegeben hat. Eine sichere Zukunft für die Arbeitsplätze, was ja durchaus im Interesse einer Landesregierung liegen sollte, sieht anders aus.

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