Die Gewerkschaft wirbt in einem Schreiben an die Eltern um Solidarität für ihren Arbeitskampf. Drohen trotz Corona Warnstreiks auch in Kitas?
Stuttgart - In der Tarifrunde für den Öffentlichen Dienst stimmt Verdi die Eltern von Kita-Kindern auf einen möglichen Arbeitskampf ein. In einem Brief erinnert die Gewerkschaft an die zu Beginn von Corona viel beschworene Solidarität. „Gestern wurde noch geklatscht und heute werden die Beschäftigten wieder nur als Kostenfaktor betrachtet?“, schreibt Verdi ohne explizit von Warnstreiks zu sprechen, warnt aber: „Doch eine Einigung am Verhandlungstisch, die den Leistungen der Beschäftigten Rechnung trägt, kommt nicht von allein.“
Nach dem Auftakt Anfang September werden die Verhandlungen für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen, zu denen auch Erzieher und Erzieherinnen in kommunalen Kitas gehören, Ende kommender Woche fortgesetzt. Die Gewerkschaft hatte im Sommer eine Einmalzahlung aushandeln wollen, um die Tarifrunde in der Coronakrise zu verschieben – ohne Erfolg. „Deshalb müssen die Beschäftigten wohl auch in diesem Jahr – Krise oder nicht – für gute Löhne kämpfen“, sagte Hanna Binder, stellvertretende Verdi-Landesbezirksleiterin in Baden-Württemberg. Ob und wo es aber zu Warnstreiks kommen könnte, ist bislang nicht ausgemacht.
Eltern unterstützen Forderung
Der Landeselternbeirat für Kindertageseinrichtungen im Land appelliert an beide Parteien, im Dialog zu bleiben. „Das Ziel sollte sein, Streik unbedingt zu vermeiden“, sagte ein Sprecher. Der Landeselternbeirat unterstützt ebenso wie die Initiative „Familien in der Krise“ die Forderung nach höheren Löhnen. Sarah Abendschön-Sawall, Sprecherin der Landesgruppe, warnt davor, die Tarifauseinandersetzung auf dem „Rücken der Kinder und Eltern“ auszutragen und sieht die Verantwortung bei den Arbeitgebern: „Auch Politiker haben immer wieder betont, dass Kitas systemrelevant sind.“ Dem müssten sie nun Taten folgen lassen und das Personal angemessen bezahlen.