Im Stadtgarten ist eine junge Frau Opfer eines Übergriffs geworden. Foto: Peter-Michael Petsch

Eine Frau wurde im Stadtgarten mit einem Messer bedroht. Der Täter wollte sie offenbar vergewaltigen, sie schlug ihn in die Flucht. Hinweise auf den Taterdächtigen werden nun dringend gesucht.

Stuttgart - Nach einem Überfall auf eine 20-jährige Frau im Stuttgarter Stadtgarten sucht die Polizei dringend Zeugenhinweise. Der Fall löste am Wochenende viel Bestürzung in der Stadt aus, da es ein Überfall aus dem Nichts war, der auch noch zu einer Zeit geschah, zu der viele Menschen in der Stadt sind. Zudem war erst eine Woche zuvor am frühen Abend ein Vergewaltigungsversuch in der Innenstadt begangen worden.

Ein Mann hat am Freitag im Stuttgarter Stadtgarten versucht, eine junge Frau zu vergewaltigen, meldet die Polizei. Eine 20-jährige Studentin wollte gegen 20.15 Uhr von der Universitätsbibliothek zum Hauptbahnhof gehen. Im Stadtgarten habe sie ein Mann von hinten überfallen und in ein Gebüsch gezerrt.

Der Täter habe der Frau mit der Faust ins Gesicht geschlagen, ihr mit vorgehaltenem Messer die Hose ausgezogen und versucht sie zu vergewaltigen. Als sich die Frau heftig wehrte, verletzte der Angreifer sie mit dem Messer leicht an der Schulter. Die Frau habe den Angreifer mit ihrer Gegenwehr in die Flucht schlagen können. Die 20-Jährige beschrieb ihn als 20 bis 25 Jahre alt, 1,80 bis 1,90 Meter groß und schlank. Er habe dunkle Haare und einen Dreitagebart. Die Frau bezeichnete ihn als südländischen Typ. Er trug eine dunkle Jogginghose und eine Kapuzen­jacke.

Zweiter Fall innerhalb einer Woche in der Stadt

Es ist der zweite Vergewaltigungsfall mitten in der Stadt innerhalb weniger Tage: Erst vor einer Woche war eine 17-jährige Frau gegen 17.30 Uhr im Akademiegarten hinter dem Neuen Schloss von einem 23-Jährigen vergewaltigt worden. Ein Zeuge hatte die sexuellen Handlungen beobachtet und eine Polizeistreife alarmiert, die im Rahmen der Sicherheitskonzeption in der Stadt unterwegs war. Die Beamten waren gleich darauf am Ort und konnten den Täter, einen schwarzafrikanischen Flüchtling aus der Region, in eindeutiger Position stellen. In diesem Fall aber kannten sich Opfer und Täter, die 17-Jährige hatte den 23-Jährigen vor der Tat in einem Außenbezirk kennengelernt. Die junge Frau erklärte, der Mann habe die sexuellen Handlungen gegen ihren Willen vorgenommen. Auch in diesem Fall hatte der Täter zu einer Zeit zugeschlagen, zu der die Stadt noch belebt ist.

Der Stadtgarten, in dem der aktuelle Fall geschah, gilt bei Studierenden schon länger als Angstraum, nicht erst seit er in jüngster Zeit aufgrund seines ungepflegten Zustandes wieder in die Kritik gekommen ist. Schon Mitte der 1990er Jahre, als dort viel mit Drogen gehandelt wurde, mieden viele den Park in der Nacht.

Die Fälle haben vor allem deswegen Aufsehen erregt, da ein Überfall aus dem Nichts dieser Art selten ist. Anfang Oktober hatte ein Mann versucht, eine Frau an der Schwabstraße in eine Einfahrt zu ziehen. Sie konnte ihn abwehren. Eine ähnliche Tat trug sich im Oktober 2017 an der Olgastraße zu , auch hier vertrieb die Frau den Angreifer. In Stuttgart hat die Zahl der Vergewaltigungen 2017 einen Höchststand im Zehnjahresvergleich erreicht: Im Jahr 2017 wurden 141 Taten registriert. Das waren 38 mehr als im Jahr davor. Allerdings sei der Anstieg weitgehend auf eine Neufassung des entsprechenden Paragrafen zurückzuführen, der mehr Fälle erfasse, meldet die Polizei in der Statistik von 2017.

Hinweise zum aktuellen Fall nimmt die Polizei unter 07 11 / 89 90 - 57 78 entgegen.

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