Die Halle braucht unter anderem ein neues Dach und ein neues Fundament Foto: Bernd / Zeyer

Im August 2019 hatte die Sport- und Versammlungshalle des TV Stammheim gebrannt. Nach einigen Verzögerungen kann nun mit dem Wiederaufbau begonnen. Spätestens nach den Sommerferien soll die Halle fertig sein.

Stammheim - Im August 2019 brannte die Turn- und Versammlungshalle des TV Stammheim. Lange musste der Verein darauf warten, bis der Wiederaufbau beginnen konnte. Nun ist es endlich so weit: Mitte Januar wurde die Baufreigabe erteilt, seit einigen Tagen sind die Arbeiter am Werk. Läuft alles nach Plan, wird die Halle spätestens bis zum Ende der Sommerferien fertig.

Eigentlich war die Baufreigabe für Oktober 2020 vorgesehen

„Eigentlich sollten die Plane und die verkohlten Balken schon lange weg sein“, sagt Martin Reißner, der Vorstandsvorsitzende des TV Stammheim. Ursprünglich hatte das Baurechtsamt die Baufreigabe für Oktober vergangenen Jahres angekündigt. Dann war der Termin auf Dezember verschoben worden. Schon am Termin im Oktober hatten die Vereinsverantwortlichen zu knabbern. Denn eigentlich wollte man mit den Arbeiten nicht in den Winter kommen. Das ist nun passiert. Grund für die Verzögerungen sind laut Reißner diverse Forderungen des Baurechtsamtes, die das Genehmigungsverfahren in die Länge zogen. So mussten Unterlagen für den Bauantrag nachgereicht werden – unter anderem auch zum geplanten Nutzungskonzept, an dem sich allerdings gar nichts ändern soll.

Die Halle wird praktisch eins zu seins wiederaufgebaut. Rund 100 Jahre alt ist das Gebäude, mittlerweile gibt es zahlreiche neue Vorschriften (Dachlast bei Schnee, Erdbeben, Belüftung, Brandschutz), die nun alle beachtet werden müssen. Das führt unter anderem dazu, dass das Haus eine neue Bodenplatte als Fundament sowie eine stabilere Dachkonstruktion braucht. Mittlerweile steht fest, dass sich der Sachschaden auf rund 1,5 Millionen Euro beläuft. Der Verein muss aber sicherlich mehr Geld in den Wiederaufbau stecken: Die Auflagen des Baurechtsamtes müssen erfüllt werden, Planungskosten sind angefallen, Ausweichquartiere müssen bezahlt werden. Eine konkrete Zahl kann Reißner noch nicht nennen. Er hofft, dass die Versicherung für große Teile des Schadens, wie beispielsweise am Dach, aufkommt. Allerdings laufen hier noch Sachverständigenverfahren. Die Stadt und der Landessportbund beteiligen sich ebenfalls an den Kosten. Und 100 000 Euro kamen bei einer großen Spendenaktion zusammen. „Die Solidarität in Stammheim war groß“, sagt Reißner. Nicht nur was Geld, sondern auch was praktische Unterstützung betreffe. So darf der TV beispielsweise die Fläche eines Sanitärbetriebs nutzen. Willkommene Hilfe gibt es auch direkt aus den eigenen Reihen: Ein Mitglied ist Architekt im Ruhestand, er betreut das Bauvorhaben als Projektleiter für den TV. Dennoch ist für Reißner klar: „Es bleibt Einiges am Verein hängen.“

Der Sachschaden beträgt 1,5 Millionen Euro

Gute Nachrichten gibt es aber auch: Der Gastrobereich blieb bis auf die Küche relativ verschont von ernsthaften Brandschäden. Eventuell kann er bereits einige Zeit vor der Halle in Betrieb gehen. Glück im Unglück bringt hier Corona, der Lockdown hätte nämlich ohnehin für eine wochenlange Schließung gesorgt. Und auch die meisten Sportler konnten (von den Corona-Einschränkungen abgesehen) ihr Programm relativ gut absolvieren, da es genug Ausweichflächen gab – und auch weiterhin geben wird.

Wieder ins Training steigen momentan die Faustballerinnen und Faustballer der Bundesligamannschaften ein. Im April soll deren Saison starten, bis dahin können sie sich im vereinseigenem Fitnessstudio vorbereiten – wegen der aktuellen Vorschriften nur in Kleingruppen oder einzeln.

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