Wolfgang Dietrich beobachtet das Geschehen beim VfB Stuttgart nur noch aus der Entfernung. Foto: Baumann

Mitte Juli ist Wolfgang Dietrich als Vereinschef des VfB Stuttgart zurückgetreten. Seither hatte er sich in der Öffentlichkeit zurückgehalten. Doch nun spricht er über die Entwicklungen beim Fußball-Zweitligisten.

Stuttgart - Er ist zuletzt nur noch stiller Beobachter gewesen: Wolfgang Dietrich. Doch nachdem der VfB Stuttgart in Christian Riethmüller und Claus Vogt seine beiden Kandidaten für die Präsidentschaftswahl am 15. Dezember benannt hat, meldet sich der im Juli zurückgetretene Vereinschef erstmals wieder ausführlicher zu Wort. Der 71-Jährige spricht über die Arbeit des Vereinsbeirats und seine Wünsche für den VfB.

„Ich bitte um Verständnis, dass ich mich zu den beiden Kandidaten nicht äußern werde“, sagt Dietrich. Zum Auswahlprozess, der den Fußball-Zweitligisten in den vergangenen Wochen beschäftigt hat, formuliert der frühere Unternehmer jedoch eine Meinung: „Es war nicht einfach für den Vereinsbeirat, den Prozess unter den gegebenen Umständen optimal und ausreichend transparent zu gestalten.“ Das aktuell achtköpfige Gremium, das unter Dietrichs Präsidentschaft gewählt wurde, hatte die heikle Aufgabe, aus den ursprünglich zehn zugelassenen Bewerbern für das Präsidentenamt die letzten beiden herauszufiltern.

Kritik am Auswahlprozess

Mit Riethmüller und Vogt waren bis Donnerstagvormittag noch die Persönlichkeitstrainerin Susanne Schlosser und der pensionierte Gymnasialrektor Martin Bizer auf der Shortlist des Vereinsbeirats gestanden. Schon diese Vorauswahl hatte Aufsehen erregt, da der frühere Nationalspieler Guido Buchwald aussortiert worden war. Bereits zuvor hatte es jedoch Kritik an der Arbeit des Vereinsbeirats um den Vorsitzenden Wolf-Dietrich Erhard gegeben: Viele Clubmitglieder hatten sich einen Auswahlprozess gewünscht, den sie besser nachvollziehen können, um die Bewerber entsprechend beurteilen zu können.

Nun werden sich Riethmüller und Vogt (die Satzung lässt nur zwei Kandidaten zu) am Donnerstagnachmittag erstmals der Öffentlichkeit vorstellen – und damit beginnt der Wahlkampf. Auch das wird Dietrich beobachten und blickt schon einmal voraus. „Möge der 15. Dezember so bald als möglich kommen, damit mehr Ruhe einkehrt“, sagt er und wünscht sich, „dass dann ab dem 16. Dezember nicht gleich wieder der Wahlkampf für die ordentliche Mitgliederversammlung Mitte des nächsten Jahres losgeht.“

Im Zentrum steht für Dietrich jedoch der sportliche Erfolg des VfB. „Was ich mir am allermeisten wünsche, ist, dass die Mannschaft fokussiert bleibt und bis zum 15. Dezember die ausstehenden vier Spiele gewinnt und damit den Grundstein für den sofortigen Wiederaufstieg legt“, sagt der Ex-Präsident. Die nächste Partie bestreiten die Stuttgarter am Samstag (13 Uhr) beim VfL Osnabrück.

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