Der Vorsitzende des Vereins Kultur 70195, Uwe Tommasi (l.) und sein Stellvertreter Michael Kusche (r.) vor dem neuen Brunnen auf dem Marktplatz Foto: Torsten Ströbele

Der neu gegründete Verein Kultur 70195 hat in Botnang einiges vor.

Stuttgart-Botnang - Der Marktplatz ist auch nach seiner Umgestaltung vor knapp drei Jahren immer wieder Thema im Bezirk. „Da fehlt eine Identifikationsfigur“, ist sich der Botnanger Uwe Tommasi sicher. Und mit dieser Meinung steht er nicht alleine da. „Wir haben das unter anderem im Rahmen unserer Freitagssportgruppe bei der SKG Botnang immer wieder besprochen.“ Und da der Stadtbezirk in seiner jahrhundertealten Geschichte auch gerne mal als Wäscherdorf bezeichnet wird, kam die Idee auf, eine lebensgroße und in Bronze gegossene Waschfrau an dem neuen Brunnen auf dem Marktplatz zu positionieren – auch, um dem Brunnen ein besseres Image zu verpassen. Der wird nämlich gerne mal als Pissrinne und Sautränke bezeichnet.

30 000 bis 40 000 Euro wird die Waschfrau wohl kosten, meint Tommasi. In einer Bronzegießerei in Süßen hat er sich schon erkundigt. Bis zum 950-Jahr-Jubiläum Botnangs im Jahr 2025 hätte er das Projekt gerne realisiert – wenn denn auch der Architekt des Marktplatzes zustimmt. Bislang habe man mit ihm aber noch nicht gesprochen.

Um die Statue zu finanzieren, seien Spenden notwendig, sagt Tommasi. Ein Verein musste her, damit die Sponsoren ihre Finanzspritze auch steuerlich geltend machen können. Und binnen drei bis vier Monate wurde der Verein Kultur 70195 aus dem Boden gestampft. 40 Mitglieder verzeichnete er bei seiner Gründung. Vorsitzender ist Uwe Tommasi. Sein Stellvertreter ist Michael Kusche. Und der betont: „Wir wollen keine Konkurrenz zu bestehenden Vereinen sein und auch kein Spendensammelverein, sondern wollen Integration leben und Kultur für alle Botnanger anbieten, egal, wo sie im Stadtbezirk leben. Jeder soll seine Ideen einbringen.“ Zudem wolle man den Begriff Kultur etwas weiter fassen. „Es geht nicht nur ums Lesen, Malen und Musizieren. Es gibt beispielsweise auch einen Tag des Bieres“, sagt Kusche. Oder aber auch den sogenannten E-Sport (also anspruchsvolle Computerspiele), der bei den Jugendlichen im Familien- und Nachbarschaftszentrum eine Rolle spielt. „Wir wollten gemeinsam mal an der Konsole spielen und an einem zweiten Termin dann in der Sporthalle gegen den Ball treten“, erzählt der zweite Vorsitzende. Beides sei wegen Corona aber erst einmal verschoben.

Am 15. Oktober werden Bücherschönheiten vorgestellt

Das gilt nicht für die Veranstaltung, die am Donnerstag, 15. Oktober, ab 19 Uhr im Café Intus, Griegstraße 18, stattfindet. Es geht um Bücherschönheiten – ihre Gestaltung und Haptik. Im Mittelpunkt stehen Verlegerin und Gestalterin Christina Schmid aus Stuttgart-West und ihr Buch „Treppauf – Treppab“. Im Anschluss wird dann noch eine Auswahl prämierter Bücher präsentiert. Der Eintritt ist frei. Karten gibt es per E-Mail: info@kultur70195.de.

Für Frühjahr stehen zwei weitere Termine auf der Agenda des Vereins. Am 23. Januar soll es ein Vorbereitungskonzert zum Wettbewerb „Jugend musiziert“ der Stuttgarter Musikschule geben. Die Musikschule steht auch am 20. März im Fokus, wenn ein Lehrerkonzert in Kooperation mit Kultur 70195 ins Haus steht. Die Veranstaltung „Die Sache mit dem Klopapier“ – eine interdisziplinäre Diskussion zum Verhalten der Menschen in Krisensituationen“, die am 5. November dieses Jahres hätte stattfinden sollen, ist aufgrund der aktuellen Corona-Situation nun abgesagt worden.

Weitere Infos zum Projekt Waschfrau, zu den Veranstaltungen und zur Mitgliedschaft im Verein gibt es im Internet unter www.kultur70195.de.

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