Zwei Jahre lang wurde das Projekt Röhrenbunker vorangetrieben. Der Bau ist zwölf Meter lang und hat einen Durchmesser von 2,2 Metern. Foto: privat

Der Röhrenbunker am Bahnhof wird vom Verein Schutzbauten offiziell am 24. Februar eingeweiht.

Stuttgart-Feuerbach - Der Verein Schutzbauten präsentiert in wenigen Tagen ein neues Bauwerk in Feuerbach. „In den vergangenen zwei Jahren haben wir intensiv am Projekt Röhrenbunker gearbeitet“, sagt der Vorsitzende des Vereins, Rolf Zielfleisch. „Jetzt ist es endlich soweit. Der Nachbau ist fertig. Und es ist das einzige Modell, das in Deutschland in einem Museum zu sehen sein wird.“ Mehr als zwölf Meter ist der Röhrenbunker lang und hat einen Durchmesser von 2,2 Metern.

Auf diese Schutzbauten-Form stieß der Verein im Jahr 2016. Ein Röhrenbunker aus den 1960er Jahren, hergestellt von der Firma Nau Tankbau, sollte in Dettenhausen bei Tübingen entsorgt werden. „Wir hätten den kompletten Bunker geschenkt bekommen, aber die Maße haben einen Transport unmöglich gemacht“, sagt Zielfleisch. „Deshalb haben wir uns dazu entschlossen, das komplette Inventar und die Technik auszubauen und im Museums-Tiefbunker in Feuerbach einen Nachbau mit den Originalteilen zu erstellen.“ Ein großes Problem dabei sei zunächst einmal der Zustand des Raumes im Tiefbunker gewesen, in dem das neue Exponat hätte unterkommen sollen. „Wir hatten dort einen Schaden. Bis zu fünf Zentimeter hoch stand das Wasser. Wir mussten erst sanieren, ehe es losgehen konnte“, sagt Zielfleisch. Die Firma Theaterbau aus Ludwigsburg wurde schließlich beauftragt, das Modell zu bauen.

Der Bunker stammt aus der Zeit des Kalten Krieges

Mehr als 22 000 Euro hat der Verein Schutzbauten in das Projekt investiert. „Es war ein finanzieller Kraftakt. In den vergangenen zwei Jahren ist all unser Geld dort hinein geflossen“, betont Zielfleisch. Nur einen Zuschuss aus dem Budget des Bezirksbeirates in Höhe von 3000 Euro habe man bekommen. „Aber es hat sich gelohnt. Der Eindruck, den man in einem Röhrenbunker gewinnt, ist enorm. Der Bunker stammt aus Zeiten des Kalten Krieges, „als sich die Bevölkerung für eine atomare Auseinandersetzung eigene Schutzräume bauen ließ“, sagt Zielfleisch. „Diese Maßnahmen wurden von der Bundesregierung finanziell gefördert. Aber nur drei Prozent der Bürger nahmen dieses Angebot wahr.“

Hergestellt wurde diese Art von Schutzräumen unter anderem von der Firma Thyssen und der Firma Nau Tankbau. Letztere habe die Bunker für rund 40 000 Mark verkauft. Etwa neun Leute finden darin Platz. Es gibt Betten, Schränke, eine Küchenzeile und sanitäre Einrichtungen. „Es war so konzipiert, dass man 14 Tage in dem Bunker überleben kann“, sagt Zielfleisch. Sicherlich gebe es heute noch Leute, die einen Röhrenbunker im Garten vergraben hätten. Denn: „In den 1970er Jahren erwuchs für diese Art von Schutzbauten ein neues Anwendungsgebiet. Der Bunker sollte als letzter Zufluchtsort vor terroristischen Angriffen dienen, als so genannter Panic Room“, sagt Zielfleisch. „Dies war die Reaktion auf die Zeit der RAF. Dafür war dieser Raum auch mit einem Periskop ausgestattet, um das Umfeld zu beobachten.“

Zum ersten Mal zu besichtigen wird der Röhrenbunker am Sonntag, 24. Februar, ab 14.15 Uhr sein – am Wiener Platz 5.

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