Die endgültige Bestätigung aus dem Labor steht noch aus. Foto: dpa/Hendrik Schmidt

Die sogenannte Delta-Variante ist vermutlich in einem örtlichen Kinderhaus aufgetreten. Der allgemeine Inzidenzwert hingegen ist am Dienstag deutlich gesunken.

Waiblingen - Im Rems-Murr-Kreis ist vermutlich zum zweiten Mal die sogenannte Delta-Variante des Coronavirus festgestellt worden. Zumindest gebe es einen begründeten Verdacht, teilen das Landratsamt sowie die Stadt Waiblingen in einer gemeinsamen Erklärung mit.

Zunächst wurden zwei Gruppen im Kinderhaus Mitte in Waiblingen sowie ihre Betreuer in Quarantäne geschickt, weil entsprechende Infektionsfälle aufgetreten waren. Mittlerweile ist die ganze Einrichtung vorsorglich vorübergehend geschlossen. Bei der Sequenzierung im Labor sei bei einem PCR-Test die Mutation L452R nachgewiesen worden, die auch bei der Delta-Variante vorkomme – so wird die erstmals in Indien festgestellte Variante mittlerweile genannt. „Bis das endgültige Ergebnis der Sequenzierung vorliegt, handeln Gesundheitsamt und Stadt Waiblingen vorbeugend so, als läge die Variante vor“, heißt es in der Pressemitteilung.

Alle engen Kontaktpersonen sind in Quarantäne

So sei die Nachverfolgung abgeschlossen, alle engen Kontaktpersonen befänden sich in Quarantäne. Diese beträgt bei allen hochansteckenden Virusvarianten 14 Tage. Ob der besagte PCR-Test von einem Kind oder einer erwachsenen Betreuungsperson stammt, dazu macht das Landratsamt keine Angaben. Sollte sich der Verdacht bestätigen, sei davon auszugehen, dass auch bei den anderen Infektionsfällen die Delta-Variante vorliege. Landkreis und Stadt bieten nun allen Betroffenen PCR-Tests an – zeitnah und jeweils zum Ende der Quarantäne. Zudem werden die Familien gebeten, sich jeden zweiten Tag zuhause zu testen.

Die Delta-Variante wurde Ende Mai das erste Mal im Rems-Murr-Kreis nachgewiesen. Die betroffene Person aus Weinstadt war aus Indien eingereist und hatte sich sofort in eine zweiwöchige Quarantäne begeben. Erst nach dem Ende dieser war damals das Ergebnis der Sequenzierung eingetroffen. Wegen des vorbildlichen Verhaltens der infizierten Person war das Landratsamt aber davon ausgegangen, dass die Infektionskette unterbrochen worden sei.

Landesweit sind seit April insgesamt 223 Fälle der Delta-Variante bekannt geworden. In den vergangenen 14 Tagen hat diese Mutation etwa 2,7 Prozent der insgesamt gemeldeten Fälle ausgemacht. Der Anteil der Delta-Variante ist damit (noch) gering. Die erstmals in Großbritannien nachgewiesene Alpha-Variante wurde in den vergangenen 14 Tagen in 95 Prozent der Fälle gemeldet, insgesamt wurden seit vergangenem Dezember 132 022 Fälle mit dieser Mutation verzeichnet.

Inzidenz geht deutlich runter

Die allgemeine Corona-Infektionslage im Rems-Murr-Kreis hat sich zumindest zahlenmäßig stabilisiert. Seit elf Tagen liegt der Kreis bei der sogenannten Sieben-Tage-Inzidenz – mit einer Ausnahme – unter dem Wert von 35, von dem an erste Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie ergriffen werden müssen. Allerdings ist man bisher immer nur knapp darunter geblieben. Am Dienstag hingegen ging die Zahl erstmals deutlicher runter. Das Landratsamt vermeldete einen Inzidenzwert von 26, am Vortag hatte dieser noch bei 33 gelegen. Damit war der Rems-Murr-Kreis im regionsweiten Vergleich bei den Spitzenreitern. Lediglich die Landeshauptstadt wies ähnliche Werte auf. Im Landkreis Böblingen war man hingegen zuletzt sogar einstellig.

Auch landesweit gesehen liegt der Kreis mit seinen 26 auf 100 000 Einwohner heruntergerechneten Neuinfektionen binnen sieben Tagen über dem Durchschnitt, der mit 18,8 angegeben wird. Woran das liegt, kann das Landratsamt auch nicht wirklich erklären. Wirkliche Schwerpunkte sind im Kreis nicht zu erkennen. Waiblingen weist mit 44 die zurzeit größte Zahl an aktuell infizierten Bürgern auf. Gemessen an der Einwohnerzahl fällt Murrhardt mit 25 Personen, die sich in Quarantäne befinden, etwas aus der Statistik heraus.

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