Was kommt aus dem Auspuff? Früher war Feinstaub das große Thema, jetzt geht es in der Debatte vor allem um Kohlendioxid und Stickstoffdioxid. Foto: dpa

Verbrennungsmotoren produzieren viele unterschiedliche Schadstoffe. Wie wirken sie, und welche Grenzwerte gibt es?

Stuttgart - I n der Debatte über die Abgaswerte von Autos geht es vor allem um Kohlendioxid (CO2) und Stickstoffdioxid (NO2). Bei der Verbrennung von Benzin oder Diesel entstehen noch weitere Schadstoffe – so das Atemgift Kohlenmonoxid (CO) und diverse Kohlenwasserstoffe (HC), die Krebs auslösen können und die Ozonbelastung erhöhen. CO und HC lassen sich mit Katalysatoren herausholen. Ein weiterer Bestandteil ist Feinstaub, gegen den Partikelfilter helfen. Die wichtigsten Schadstoffe im Überblick: Kohlendioxid Das Gas ist in den in der Atmosphäre vorkommenden Konzentrationen nicht gesundheitsschädlich, gilt aber als Hauptursache der Erderwärmung. Erst dieser Tage hat der Weltklimarat deutlich größere Anstrengungen zur Senkung der CO2-Emissionen angemahnt. Weltweit entfällt rund ein Viertel des Ausstoßes auf den Verkehrssektor. Weitere wichtige CO2-Quellen sind Kohlekraftwerke, Industrieanlagen und Heizungen. Um die Emissionen des Straßenverkehrs zu senken, hat die EU Grenzwerte festgesetzt. Bis 2021 sinkt der Wert für Neuwagen auf 95 Gramm CO2 pro Kilometer, was einem Verbrauch von 3,6 Liter Diesel oder 4,1 Liter Benzin auf 100 Kilometer entspricht. Die EU-Staaten streben gegenüber diesem Niveau eine weitere Senkung um 35 Prozent bis 2030 an. Für Autos mit Verbrennungsmotor ist das eine enorme technische Herausforderung, zumal die Hersteller künftig realistischere Verbrauchs- und Emissionswerte angeben müssen. Deutlich mehr Elektroautos könnten helfen, die Werte zu senken. Solange ein Teil des Stroms aus Kohle- und Gaskraftwerken kommt, fahren aber auch sie nicht CO2-frei. Stickstoffdioxid Dieselmotoren schneiden beim CO2 besser ab als Benziner. Doch dafür sind sie die Hauptquelle für Stickoxide (NOx), deren wichtigster Vertreter NO2 ist. Allein auf Diesel-Pkw entfallen laut Umweltbundesamt knapp drei Viertel der verkehrsbedingten Stickoxidbelastung in Deutschland. Das Gas kann zu Reizungen und Entzündungen der Atemwege führen. Bei empfindlichen Personen wie Kindern oder Senioren wurde auch eine Zunahme von Asthmafällen beobachtet. Die Europäische Umweltagentur schätzt die Zahl vorzeitiger Todesfälle durch Stickoxide in Deutschland auf jährlich 10 400. Ermittelt werden solche Zahlen durch den Vergleich unterschiedlich stark belasteter Personengruppen. Kritiker sagen, dass sich so der Effekt von Stickoxiden nicht eindeutig bestimmen lässt, weil Anwohner von Straßen einem Gemisch verkehrsbedingter Schadstoffe ausgesetzt seien. In der EU gilt im Freien ein Grenzwert von 40 Mikrogramm NO2 pro Kubikmeter Luft, dessen Überschreitung in mehreren Städten nun zu Fahrverboten führt. Als eine Ursache dafür gilt, dass viele Diesel die Abgasgrenzwerte nur auf dem Papier einhalten. Die strengste Norm Euro 6d-Temp erlaubt bei Diesel-Pkw NOx-Emissionen von 80 Mikrogramm pro Kilometer auf dem Prüfstand und von 168 Mikrogramm auf der Straße. Feinstaub Bei neueren Dieselmotoren fällt dank Partikelfiltern kaum noch Feinstaub an. Benziner mit Direkteinspritzung emittieren dagegen ultrafeine Partikel, die als besonders schädlich gelten. Deshalb werden auch hier Filter eingeführt. Autoabgase sind nicht die wichtigste Feinstaubquelle. Ihr Anteil liegt etwa am Stuttgarter Neckartor bei sieben Prozent. Viel wichtiger ist mit rund 40 Prozent der Abrieb von Reifen und Bremsen sowie die Aufwirbelung von Staub durch den Verkehr. Auch Holz- und Kohleöfen haben einen recht hohen Anteil. Der Tagesgrenzwert für Feinstaub beträgt 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. Er wurde am Neckartor in diesem Jahr bisher 17-mal überschritten, was gegenüber früheren Jahren eine deutliche Verbesserung darstellt.

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