In einem Waldstück sucht die Polizei nach Leichenteilen. Foto: Polizei Toronto

Die Polizei sucht gezielt nach möglichen weiteren Opfern eines Gärtners, dem bereits acht Tötungsdelikte vorgeworfen werden. Und sie wird fündig.

Toronto - Eine Mordserie in der kanadischen Millionenstadt Toronto nimmt offenbar immer horrendere Ausmaße an. In einem Waldstück wurden sterbliche Überreste von Menschen gefunden. Möglicherweise handelt es sich um weitere Opfer eines Mannes, dem bereits acht Morde vorgeworfen werden.

Unter Tatverdacht steht der 66 Jahre alte Bruce M., der als selbstständiger Gärtner und Gartengestalter arbeitete. Die sterblichen Überreste von sieben seiner möglichen Opfer waren im Winter in Pflanzkübeln auf einem Anwesen im Norden Torontos gefunden worden, auf dem er gearbeitet hatte und wo er auch Gartengerät deponiert hatte. Ursprünglich hatte die Polizei direkt nach der Entdeckung der Leichenteile in den Pflanztöpfen das Grundstück durchsuchen wollen. Da der Boden aber hart gefrroren war, wurde die Suche verschoben. Im Mai setzte die Polizei von Toronto dann auf mehreren Grundstücken, auf denen der Mann gearbeitetet hatte, Leichenspürhunde ein. Insgesamt wurden etwa 100 Grundstücke auf eventuelle Hinweise auf weitere Straftaten durchsucht. Aber nur in der Nähe des Anwesens, auf dem bereits menschliche Überreste gefunden worden waren, schlugen die Hunde an.

Identifizierung könnte lange dauern

Daraufhin machten sich nun Mitte der Woche rund 20 Polizisten und Forensik-Spezialisten an die Arbeit, das Erdreich in einer bewaldeten Schlucht nahe des Grundstücks näher zu durchsuchen – und sie wurden innerhalb weniger Stunden fündig. Selbst der Leiter der Ermittlungen, Sergeant Hank Idsinga, äußerte sich überrascht, dass bei der Suche so schnell menschliche Überreste gefunden wurden. „Wir haben die sterblichen Überreste noch nicht identifiziert“, sagte Idsinga. Daher weiß die Polizei auch noch nicht, ob es sich um Körperteile bereits identifizierte Todesopfer oder um mögliche neue Opfer handelt. Die Arbeiten würden sich vermutlich über mehrere Wochen erstrecken, berichtete Idzinga am Donnerstag. Die Identifizierung anhand von Fingerabdrücken oder DNA könne Wochen oder Monate in Anspruch nehmen.

Der Tatverdächtige, der im Januar festgenommen worden war, ist bisher wegen des Mordes von acht Männern angeklagt worden, von denen sieben gefunden wurden. Sie verschwanden aus Torontos „Gay Village“, wo sich viele Homosexuelle angesiedelt haben, oder hatten Verbindungen zu Torontos LGBT-Gemeinde. Mitglieder der LGBT-Gemeinde Torontos warfen nach der Festnahme von M. die Frage auf, ob Torontos Polizei Informationen über das Verschwinden von Menschen entschieden genug nachgegangen waren. Die Fälle reichen teilweise zurück bis 2010. Mehrere Opfer sind Männer aus Südostasien.

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