DFB-Sportdirektor Oliver Bierhoff: Klare Vorgaben an die Fußball-Nationalspieler. Foto: Bongarts

DFB-Manager Oliver Bierhoff will, dass sich die Fußball-Nationalspieler ganz auf die WM fokussieren können. Deshalb hat er Wechselgespräche während der Vorbereitung und der Großveranstaltung in Brasilien verboten.

St. Leonhard - Der mögliche Wechsel von Toni Kroos von Bayern München zu Manchester United nimmt konkretere Formen an. Angeblich liegt dem Fußball-Nationalspieler inzwischen ein offizielles Angebot des englischen Rekordmeisters vor. ManU will sich den Transfer rund 25 Millionen Euro kosten lassen. In Manchester würde Kroos wieder vom früheren Bayern-Coach Louis van Gaal trainiert.

Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff verfolgt das Wechselgerangel um den Mittelfeldspieler im WM-Trainingslager in Südtirol mit gemischten Gefühlen. Für die Zeit der WM vom 12. Juni bis zum 13. Juli in Brasilien untersagte er den deutschen Spielern Vertragsverhandlungen. „Spekulationen in den Medien wird man während eines Turniers nicht vermeiden können. Aber wir haben den Spielern klar signalisiert, dass wir keinerlei Gespräche während des Turniers mit anderen Vereinen wollen“, betonte der Europameister von 1996. Auch während des Trainingslagers will die sportliche Führung um Bundestrainer Joachim Löw, Assistent Hansi Flick und Bierhoff die Ablenkungen für die Nationalspieler so gering wie möglich halten. Sie fordern volle Konzentration auf die Mission vierter WM-Titel. „Was wir nicht wollen – und was wir in der Vergangenheit schon mal hatten – ist, dass ein Spieler mal einen Tag weg ist, weil er die medizinische Untersuchung bei seinem neuen Verein hat“, sagte Bierhoff.

Kroos selbst scheint einem Wechsel nach England nicht abgeneigt. „Es ist kein Geheimnis, dass die Premier League keine ganz schlechte Liga ist“, sagte er zuletzt. Er sei „ein Mensch, für den vieles möglich ist“. Mit einem verbesserten Angebot des FC Bayern darf Kroos nicht rechnen. „Gewisse finanzielle Grenzen werden wir weiter nicht überschreiten“, stellte Präsident Karl Hopfner klar. Es werde zwar „sicher weitere Gespräche“ geben, „irgendwann muss der Spieler aber sagen, was er will“.

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