Verbandsliga-Aufsteiger TSV Heimerdingen unterliegt im Verbandspokal Oberligist SG Sonnenhof Großaspach 2:4 nach Verlängerung – und verliert zwei Spieler mit Verletzung.
Nicht wenige der gut 400 Zuschauer auf dem Sportplatz des TSV Heimerdingen dürften ein Déjà-vu gehabt haben. Wie im Vorjahr trafen die Grün-Weißen in der zweiten Runde des Verbandspokals auf den Oberligisten SG Sonnenhof Großaspach, und wie im Vorjahr hatten die Gastgeber den Favoriten am Rande einer Niederlage. Bis in die Nachspielzeit lag der Verbandsliga-Aufsteiger 2:1 in Führung, ehe Niklas Pollex eine zu zentrale Kopfballabwehr nach einem Eckball zum späten 2:2-Ausgleich nutzte.
In der Verlängerung schwanden beim TSV Heimerdingen, der erst am Nachmittag vom Trainingslager zurückgekehrt war, die Kräfte, zumal das Team nach einer Kopfverletzung von Max Stumm in Unterzahl spielen musste. Der zweite Treffer von Pollex (102.) nach einem schweren Abwehrfehler sowie ein unglückliches Eigentor von Christian Stagel (109.) besiegelten die 2:4-Niederlage. 2023 hatte sich der Favorit mit 4:3 nach 120 Minuten durchgesetzt. „Ich bin wahnsinnig stolz auf die Leistung meiner Mannschaft, das war ein extrem intensives Spiel“, lobte Spielertrainer Pascal Dos Santos Coelho seine Mannen nach dem Schlusspfiff.
Die Begegnung hatte für die Gastgeber optimal begonnen: Nach drei Minuten kam ein Pass aus dem Mittelfeld genau auf Max Stumm, der seine Schnelligkeit ausspielte, vor Großaspachs Keeper Maximilian Reule die Übersicht behielt und aus 14 Metern zum 1:0 ins lange Eck traf. Die Gäste benötigten einige Minuten, um sich von dem frühen Schock zu erholen. Von der 10. Minute an zog der Oberligist ein extrem hohes Pressing auf und attackierte die Grün-Weißen schon am eigenen Strafraum. Phasenweise kam der TSV nicht mehr aus der eigenen Hälfte. „Uns war klar, dass wir eine gewisse Feldüberlegenheit des Gegners in Kauf nehmen müssen. Wichtig war, sie nicht in die gefährlichen Zonen zu lassen“, erklärte Spielertrainer Dos Santos Coelho.
Ausgeglichene zweite Hälfte
Dies gelang über weite Strecken. Großaspach versuchte es oft mit Fernschüssen, die jedoch in der Regel sehr unpräzise waren. Zweimal war TSV-Schlussmann Tom Kaczmarek auf dem Posten (14., 35.), einmal klärte Innenverteidiger Martin Kuchtanin kurz vor der Torlinie. In der zweiten Hälfte kamen die Gastgeber mit der Spielweise der SG besser zurecht und kreierten einige gefährliche Umschaltsituationen. „Da waren wir deutlich mutiger und haben unser Aufbauspiel konsequenter durchgezogen“, befand Coelho.
Als Erfolg versprechendes Mittel hatte der TSV lange Diagonalbälle auf den schnellen Stumm ausgemacht. In der 50. Minute kam der Außenbahnspieler aus 14 Metern frei zum Schuss, scheiterte jedoch am stark reagierenden Reule. Weitere Abschlüsse von Haris Gudzevic (53.), Dos Santos Coelho (54.) und Stumm (59.) wurden geblockt oder strichen am Pfosten vorbei. Die Gäste wurden erst nach 72 Minuten durch Pollex gefährlich, der aus neun Metern übers Tor zielte.
Stumm und Gudzevic verletzen sich
Acht Minuten später war es dann aber so weit: Nach einem schnellen Angriff über rechts war Michael Kleinschrodt mit der Fußspitze schneller am Ball als ein TSV-Abwehrspieler und netzte neben dem kurzen Pfosten zum 1:1 ein. Doch Heimerdigen ließ sich von dem Rückschlag nicht entmutigen: In der 82. Minute zirkelte Coelho einen Freistoß aus 19 Metern über die Mauer unhaltbar in den Winkel zum 2:1. Die SG antwortete mit einem Schuss an die Lattenoberkante von Kapitän Volkan Celiktas (85.) und dann mit dem 2:2 durch Pollex in der Nachspielzeit (90+2).
Bitterer als die Niederlage dürften für die TSV-Verantwortlichen die Verletzungen von Haris Gudzevic und Max Stumm sein. Letzterer erlitt eine schwere Platzwunde im Gesicht, die ausheilen muss. Stürmer Gudzevic musste nach einem Zweikampf mit einer Knieverletzung vom Platz getragen werden, bei ihm steht eine genaue ärztliche Diagnose noch aus. TSV Heimerdingen: Kaczmarek – Pellegrino, Martin Kuchtanin, Bortel (71. Michael Kuchtanin), A. Ulici (64. Milos) – Matias (66. C. Ulici), Dos Santos Coelho, Stagel, Stumm – Buschermöhle (90. Buxmann), Gudzevic (64. Geist).