Ihr Projekt sei noch nicht beendet. Also bleiben Francesco Di Frisco und sein Trainerpartner Francesco Guerra (von rechts) für eine weitere Saison. Foto: Archiv Yavuz Dural

Francesco Di Frisco und Francesco Guerra verlängern beim Verbandsligisten Calcio. Zugleich ergibt sich vor dem Heimspiel gegen Hollenbach ein Personalproblem.

Echterdingen - Bis vor wenigen Wochen wäre es noch ein vom Zeitpunkt her eher komisches und allemal antizyklisches Signal gewesen, waren die Verbandsliga-Fußballer von Calcio Leinfelden-Echterdingen da doch gerade erneut an den Rand der Abstiegszone gerutscht. Nun, zwei Siege später, lässt sich die Sache ungleich beschwingter und zur Stimmung passender verkünden: Vor dem schweren Heimspiel an diesem Freitagabend gegen den FSV Hollenbach steht fest, dass das Trainerduo Francesco Di Frisco und Francesco Guerra für eine weitere Saison bleibt. „Wir haben uns geeinigt, dass wir unser Projekt zumindest bis Sommer 2019 fortführen wollen“, sagt Guerra. Das Einzige, was noch fehlt, ist die Vertragsunterschrift.

Neuer Präsident gefunden

So hat der Filderclub nun auf den Führungspositionen die erwartete Klarheit geschaffen – und weiß auch die kickende Belegschaft, woran sie ist. Die Kaderplanung soll in den nächsten Wochen Fahrt aufnehmen. Zugleich haben die Echterdinger an der Vereinsspitze einen Wechsel vollzogen. Franjo Biberovic fungiert fortan als Präsident – eine Personalie, die ins interne Beziehungsgeflecht passt. Der Geschäftsmann mit Wohnsitz Fellbach ist der Schwiegervater von Di Frisco und beerbt Ana Alber. Letztere, Ehefrau des Abteilungsleiters Michael Alber, hatte das Amt zuletzt nur noch notgedrungen weiter ausgeübt. Die Suche nach einem Nachfolger hatte sich als schwierig herausgestellt. Freilich: als eigentlicher Machthaber im Verein gilt unverändert der Geldgeber Propizio Sirignano, auch ohne offiziellen Posten.

Alle zusammen haben sie zuletzt eines mit Erleichterung registriert: wie Calcio mit dem 2:1 in Rutesheim und dem 1:0 gegen den VfL Sindelfingen sportlich die Kurve bekommen hat. „Wir sind im Aufschwung. Und so wollen wir jetzt weitermachen“, sagt Guerra, wohl wissend, dass der anstehende Gegner ein anderes Kaliber ist als die vorangegangenen. Während Guerras Rechnung lautet: „Noch zehn Punkte, um komplett aus dem Abstiegskampf raus zu sein“, brauchen die Hollenbacher Gäste jeden Zähler für ihr Ziel Wiederaufstieg. Aktuell belegt der Ex-Oberligist den zweiten Platz, muss aber aufpassen, dass er den Spitzenreiter Dorfmerkingen nicht aus den Augen verliert.

Notstand im Abwehrzentrum

Ärgerlich für Di Frisco und Guerra: ausgerechnet nun, da in der Dauerproblemzone Defensive endlich eine Stabilität gefunden scheint, müssen sie wohl schon wieder umbauen. Das zuletzt zweimal überzeugende Innenverteidigerduo Niko Zalac/Josip Pranjic wurde in dieser Woche von einem grippalen Infekt lahm gelegt, ebenso der mögliche Ersatzmann Mahir Ege. Und da obendrein der Routinier Thomas Scheuring (Wadenverletzung) weiter fehlt, wird es fürs Abwehrzentrum ziemlich dünn. „Wir müssen noch überlegen und rätseln, wie wir es machen“, sagt Guerra. Möglich, dass Christopher Paurevic ein Comeback gleich in der Startelf feiern wird. Für den 24-Jährigen wäre es der erste Einsatz nach seinem Kreuzbandriss und gut zwölfmonatiger Pause.

Gleichwohl sieht Guerra die Seinen „top vorbereitet“ für eine Überraschung – eine, zu der für die Echterdinger schon im Hinspiel nicht viel gefehlt hatte. Seinerzeit stellten sie im Hohenlohischen das bessere Team, versäumten aber das Toreschießen und unterlagen am Ende unglücklich mit 0:2. Aktuell könnte man ja von Trainerseite auch noch aus einem anderen Grund leise hoffen und mal schauen: ob das eigene Ja für die nächste Saison vielleicht beflügelt?

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