Zum Geburtstag ein Torfestival: der Trainer Francesco Di Frisco. Foto: Yavuz Dural

Calcio Leinfelden-Echterdingen ist mit einem wilden 7:4 am Ziel – und hat den ersten Neuzugang für die nächste Saison.

Öhringen - Das festliche Spalier war bereits gebildet. Geschlossen warteten seine Spieler auf ihn. Nur einer fehlte noch: eben das Geburtstagskind selbst. Jenes, Francesco Di Frisco, steckte offensichtlich noch im Wettkampfmodus. Gestikulierend stand der Trainer am Mittelkreis, einerseits zum obligatorischen Händedruck mit dem Schiedsrichter-Gespann, andererseits aber auch, um den Herren in Gelb gleich noch einmal seine Sicht der Dinge zu erläutern. Abseits in dieser einen Szene? Aber bitte doch! Nie und nimmer! Mit weiten Schritten stellte Di Frisco das Geschehen zur Verdeutlichung nach: meterweit daneben!

Dann erst fiel auch vom Coach die Anspannung ab – und mag ihm bewusst geworden sein, dass es eine mittlerweile recht überflüssige Aufregung war. Schließlich hatten seine Verbandsliga-Fußballer von Calcio Leinfelden-Echterdingen eine turbulente Partie beim Tabellenvorletzten TSG Öhringen dennoch mit sage und schreibe 7:4 gewonnen und damit zweierlei erreicht. Erstens: dass der Klassenverbleib nun auch rechnerisch besiegelt ist. Zweitens: dass Di Frisco zu seinem Jubeltag, dem 31., das erhoffte Präsent in Form eines Sieges erhalten hat. Das „Happy Birthday“ der Mannschaft folgte dann nach Abpfiff und getätigter Unparteiischen-Schelte am Spielfeldrand.

Rückfall in vogelwilde Auftrittszeiten

Unter dem Strich ließ sich in den Echterdinger Reihen gut gelaunt darüber hinwegsehen, dass das eigene Rumpfaufgebot einen Rückfall in bereits überwunden geglaubte vogelwilde Auftrittszeiten erlebt hatte. „Da das nun eben die Entscheidung war, dass wir drin bleiben, nehmen wir das heute fröhlich mit“, sagte Di Friscos Trainerpartner Francesco Guerra nach einer Begegnung, die zu einem Spiegelbild aller Calcio-Stärken, aber auch -Schwächen dieser Saison geriet. Mächtiges Offensivpotenzial auf der einen Seite, stete defensive Pannengefahr derweil auf der anderen. Sehenswerte Angriffszüge wechselten sich ab mit Aussetzern im Abwehrbereich, bei denen man als Verantwortlicher die Hände über dem Kopf zusammenschlägt. Die Folge: trotz der eigenen Trefferflut mussten die Gäste beim designierten Absteiger bis zur 88. Spielminute um den Auswärtserfolg bangen. Erst kurz vor Ultimo tüteten sie die angepeilten drei Punkte im Öhringer „Backofen“ vollends ein. Die Sonne knallte mit mehr als 30 Grad auf den Rasen.

Zum Mann des Tages avancierte Armin Zukic. Der Linksaußen bestätigte seine seit Wochen gute Form. Per Freistoß und sattem 15-Meter-Schuss erzielte er zwei Tore selbst, zwei weitere bereitete er vor – und war überhaupt ein Aktivposten im Echterdinger Spiel. „Schnelle Ballverarbeitung, gute Pässe – er ist immer besser drin bei uns. Eine super Leistung“, lobte Guerra. Ebenfalls zweimal netzte Sascha Häcker ein, was in seinem Fall allerdings nichts daran änderte, dass ihm zwischendurch mehr die Verzweiflung als die Freude ins Gesicht geschrieben war. Der Grund: der Torjäger vergab darüber hinaus mehrere Chancen, bei denen er die Kugel normalerweise mit verbundenen Augen versenkt.

Neuzugang aus Sindelfingen

Außer Zukic und Häcker trugen sich Tahir Bahadir, Gentian Lekaj und Bastian Joas in die Schützenliste ein – und leisteten so einen Beitrag zur torreichsten Calcio-Darbietung dieser Saison. Eine Saison, in der für den Filderclub nun noch drei nicht mehr ganz so bedeutsame Aufgaben anstehen, die nächste schon am Mittwoch zuhause gegen den TSV Ilshofen. Dann sollen auch die diesmal fehlenden Henning Bortel (Trauzeuge auf einer Hochzeit), Josip Pranjic (Rotsperre) und Dimitrios Vidic (Gelb-Rot-Sperre) wieder dabei sein. Der Hauptfokus, daraus macht Guerra keinen Hehl, liegt fortan aber auf anderem. „Jetzt haben wir Sicherheit und können mit der Kaderplanung richtig durchstarten“, sagte der Coach. Der erste Neuzugang steht bereits fest. Vom Staffelrivalen Sindelfingen kommt Endrit Syla (21, rechts offensiv).

TSG Öhringen:
Götz – Hofmann (77. Madaro), Jankowski (37. Alankus), Wegner, Kartela, Bemmerer (90. Baumann) – Rup (61. Herkert) – Sasso, Overcenko, Sipahi – Demir.

Calcio Leinfelden-Echterdingen:
Özerdem – Joas, Zalac, Scheuring, Saglam – Ismaili, Juric – Bahadir (81. Ege), Lekaj, Zukic (90. Paurevic) – Häcker (90.+3 Özkan).

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: