Gentian Lekaj und dessen Mitstreiter weichen nach Leinfelden aus, haben nun aber erst einmal andere Sorgen. Foto: Archiv Dural

Vor der Partie in Ehingen hat der Echterdinger Verbandsligist zwei unerwartete Baustellen.

Echterdingen - Das hätte wohl keiner geglaubt, dass sie sich in dieser Saison einmal mit solchen Baustellen würden beschäftigen müssen. Nun haben sie gleich zwei unerwartete, die Verbandsliga-Fußballer von Calcio Leinfelden-Echterdingen. Eine unerfreuliche. Vor der Auswärtspartie an diesem Samstag beim SSV Ehingen-Süd muss der Filder­club aufpassen, dass er nicht in die Abstiegszone rutscht – so aberwitzig das den Beteiligten in Anbetracht der ursprünglichen Erwartungen vorkommen mag. Und zum zweiten eine einerseits zwar durchaus erfreuliche, andererseits aber auch höchst anstrengende. Das WFV-Pokalviertelfinale am 10. April gegen den Titelverteidiger SSV Ulm 1846, für die Echterdinger das Spiel des Jahres, wirft seine Schatten voraus – und stellt die Verantwortlichen vor eine organisatorische Herausforderung.

Das Traumlos bedeutet viel Arbeit

Ein Traumlos? Ja und nein. So sportlich reizvoll dieses Kräftemessen ist, so sehr bringt es hinter den Kulissen ins Schwitzen. „Momentan bin ich fast nur noch für diese Sache im Einsatz“, sagt der Spielleiter Gioacchino Di Frisco. In Rücksprache mit Polizei, Stadt und Verband haben er und die Seinen dabei mittlerweile eine wichtige Entscheidung getroffen: Calcio zieht um. Stattfinden wird das Duell mit dem Ex-Bundesligisten nicht in den heimischen Goldäckern, sondern im Leinfel­dener Sportzentrum. Hintergrund ist die dort geeignetere Infrastruktur. Wegen der Ulmer Fans gilt die Begegnung als Risikospiel, und die deshalb beschlossenen Vorsichtsmaßnahmen lassen sich im Stadion am Randweg besser umsetzen. So wird es vor allem getrennte Fanblöcke geben, was bedeutet: auch getrennte Eingänge, für die gegnerische Seite ein eigener Verpflegungsstand und eigene Toiletten, außerdem zusätzliches Sicherheitspersonal. Fix ist weiterhin, dass die Anstoßzeit tatsächlich bei 17 Uhr bleibt. Das ist an einem Mittwochabend zwar alles andere als zuschauerfreundlich, aber nötig, weil das Spiel noch bei Tageslicht beendet sein soll – auch im Fall einer Verlängerung. Die Flutlichtanlagen genügten weder in Echterdingen noch in Leinfelden den Richtlinien im Wettbewerb.

Freilich, was die Vorfreude bei Calcio gerade trübt, ist etwas anderes: Das ist die aktuelle sportliche Situation. Nach der schon ernüchternden Hinrunde haben die Echterdinger nun zudem den Start in die zweite Saisonphase verpatzt. 1:2 in Heiningen, 0:1 gegen Tübingen – zwei Auftritte, null Punkte. „Die Enttäuschung ist groß, denn die Vorbereitung war sehr gut“, sagt der Di-Frisco-Sohn Francesco, zusammen mit Francesco Guerra Trainer der Mannschaft. Entsprechend befindet sich das auf den elften Tabellenplatz abgerutschte Team unter Zugzwang. Des Coachs Vorgabe: „In Ehingen brauchen wir jetzt endlich Zählbares.“

Hinspiel-Held zurück in der Startelf?

Dabei baut er darauf, dass Leistungsträger wie Josip Pranjic, Dimitrios Vidic und Gentian Lekaj inzwischen wieder fit sind. Letzterer war mit drei Treffern der Held des Hinspiels (5:1). Einiges spricht dafür, dass er nun in die Startelf zurückkehrt. Wieder im Training befinden sich auch die Langzeitverletzten Sascha Häcker und Toni Carfagna. Doch käme für sie ein Einsatz laut Di Frisco noch zu früh.

Fragezeichen stehen derweil hinter Josip Biljeskovic (Bluterguss am Fuß), Timo Bäuerle (Bänderverletzung) und dem Keeper Henning Bortel (grippaler Infekt). Fällt jener aus, käme der Winterpausen-Neuzugang Melvin Tullo zu seinem Pflichtspieldebüt für Calcio.

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