Nach mehrwöchiger Pause wieder fit: der Abwehrmann Nektarios Malamidis (rechts) könnte beim Aufsteiger Calcio in die Startformation zurückkehren. Foto: Archiv Yavuz Dural

Das Spiel beim Tabellenletzten FC Wangen eröffnet für die Echterdinger eine Serie von Aufsteigerduellen. Gilt danach: Spitzengruppe statt Kampf gegen den Abstieg?

Echterdingen - Welcher der fünf Aufsteiger in der Fußball-Verbandsliga ist der stärkste? Vom Papier her hatte es in diesem Punkt von vornherein keine Zweifel geben können: Calcio Leinfelden-Echterdingen, klar. Zu hochkarätig ist der Kader des Klassenneulings von den Fildern bestückt. Was derweil die Umsetzung auf dem Rasen betrifft, haben die Echterdinger nun die Gelegenheit, die Einschätzungen frühzeitig vorentscheidend zu untermauern. Der Zufall des Spielplans will es so: die drei nächsten Gegner der Mannschaft des Trainers Cataldo Diletto sind ausnahmslos Mitaufsteiger. Wangen, Zimmern, Löchgau – ein Aufgabenpaket, das in der Tabelle überhaupt Möglichkeiten eröffnet.

Trotz aller Vorschusslorbeeren und des bislang guten fünften Platzes bleibt Diletto zwar bei seiner offiziell zurückhaltenden Vorgabe: „Erstes Ziel sind die berühmten 40 Punkte für den Klassenverbleib. Erst wenn wir die haben, kann man weitersehen.“ Doch eines weiß natürlich auch er: Sollten die Seinen die drei genannten Spiele gewinnen, wäre schon nach dem ersten Viertel der Saison der Weg in ganz andere Bereiche des Klassements bereitet. Spitzengruppe statt Kampf gegen den Abstieg, an den tatsächlich wohl eh nie einer in Calcio-Reihen geglaubt hatte – das ist die Chance. Als wichtigste Voraussetzung sieht Diletto dabei, „dass wir mit dem Kopf bei der Sache sind“, also anders als beim jüngsten 0:3 gegen den Titelanwärter Essingen, bei dem der Coach Konzentrationsmängel monierte.

Albtraumstart des Gegners

Hoher Favorit sind die Echterdinger vor allem in der Partie an diesem Samstag. Ganz im Gegensatz zu ihnen hat der gastgebende Kontrahent FC Wangen einen Albtraumstart in die Runde hingelegt. Vier der bisherigen fünf Begegnungen gingen krachend verloren. Insgesamt haben die Allgäuer bereits satte 20 Gegentore kassiert – was im Umfeld des Vereins mittlerweile grundsätzliche Zweifel an der Ligatauglichkeit des Aufgebots aufkommen lässt. Doch nicht nur deshalb steht der aktuelle Calcio-Gegner schon unter Zugzwang. Aktuell kommt hinzu, dass die Partie in einen großen Fußballtag des Clubs eingebettet ist. Vorgezogener Anpfiff ist um 13 Uhr, weil auf dem Feld anschließend ein Benefizspiel über die Bühne gehen wird. Eine Auswahl von Wangener Ex-Kickern trifft auf die Weisweiler-Elf, das Traditionsteam von Borussia Mönchengladbach.

Nur Di Biccari fehlt

Zwecks Stimmung käme da ein vorheriger Heimerfolg der eigenen „Ersten“ recht gelegen. Zwei Wangener Probleme jedoch: bei Calcio wird man darauf zum einen keine Rücksicht nehmen. Das Motto lautet: die Party schmeißen? Gerne doch. Zum anderen kann der Echterdinger Trainer Diletto in seinem erwähnten Hochkaräterkader nahezu aus dem Vollen schöpfen. Lediglich der Neuzugang Marco Di Biccari (Oberschenkelverletzung) fehlt. Der Coach hat also die Qual der Wahl, nicht zuletzt in der Defensive. Dort war der eigentlich als Abwehrchef zurückgeholte Nektarios Malamidis an den vergangenen vier Spieltagen raus. Dilettos Erklärung: Leistenprobleme, eine dadurch fehlende Fitness. „Und wenn er nicht fit ist, dann spielt selbst ein Messi nicht“, sagt der Trainer.

Nun allerdings scheint Malamidis beschwerdefrei. Der interne Konkurrenzkampf um die Plätze nimmt zu.

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