FDP-Fraktionschef Kai Buschmann hat den Konflikt offen benannt. Foto: privat

Die Schlacht um den Etat 2017 ist geschlagen. Der Haushalt des Verbands Region Stuttgart ist am Mittwoch von einer großen Mehrheit gebilligt worden. Doch im Hintergrund schwelt weiter der Konflikt zwischen Regionalpräsident Bopp und Regionaldirektorin Schelling weiter. Einer machte ihn öffentlich.

Stuttgart - In vielen wichtigen Themen hat die Region bewiesen, dass sie die ihr übertragenen Aufgaben kraftvoll umsetzt. Das gilt nicht nur für neue Messe und S 21, sondern auch für die vielen Landschaftsparkprojekte, die die Region stärker prägen als selbst Optimisten vor zehn Jahren vorhergesagt haben. Zur Erfolgsgeschichte zählt auch, dass die Region den Ausbau des Nahverkehrs wie im am Mittwoch beschlossenen Etat immer wieder ins Visier nimmt – von neuen Strecken bis zu besseren Takten. Den Nachtverkehr hätte es in dieser Form ohne sie nicht gegeben, die nun startenden Relexbusse auch nicht. Und falls 2027 wirklich eine Internationale Bauausstellung die Welt nach Stuttgart und Umgebung lockt, dann wäre das maßgeblich aufs Engagement der Region zurückzuführen.

Im Wohnungsbau zaghaft

Doch es gibt auch Themen, in denen die Region zu wenig Durchschlagskraft entwickelt: Sei es beim Wohnungsbau, in dem sie eine zaghafte Rolle spielt, sei es beim Dauerproblem S-Bahn-Verspätungen, gegen das die Region kein Mittel findet. Insgesamt freilich kann die Region, also die effektiv arbeitende Verbandsverwaltung und die direkt gewählte Regionalversammlung, für sich in Anspruch nehmen, in wichtigen Fragen ein Motor gewesen zu sein, ohne gleich in den früher gepflegten Dünkel des politischen Vorreiters zu verfallen.

Ende des Konflikts an der Spitze

Doch in letzter Zeit mehren sich die Anzeichen, dass dieser Motor nicht mehr rund läuft. FDP-Fraktionschef Kai Buschmann hat dafür in seiner Etatrede den Konflikt zwischen Regionalpräsident Bopp und Regionaldirektorin Schelling verantwortlich gemacht. Auch wenn die Rivalität, die bis zum Streit um Besprechungszimmer reicht, nicht offen ausgetragen wird, muss dieser Konflikt beendet werden, wenn die Region auf dem politischen Parkett die kraftvolle Rolle spielen will, die ihr zusteht.

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