Saisonal und regional einzukaufen, ist ein Bereich der Nachhaltigkeit – es gibt aber auch noch viele andere. Foto: imago images/Westend61

Was haben kritische Männlichkeit und Datenschutz mit Nachhaltigkeit zu tun? Beides sind Themen bei Veranstaltungen der Nachhaltigkeitswochen vom 10. bis 23. Mai 2021 an der Uni Hohenheim. Wir haben nachgefragt.

Hohenheim - Nachhaltigkeit – unter diesem Begriff stellen sich wohl die meisten die ökologischen Aspekte vor. Wie trenne ich meinen Müll richtig, wie vermeide ich Plastik? Dass Nachhaltigkeit auch noch vieles andere bedeutet, will das Organisationsteam der Nachhaltigkeitswochen, die am 10. Mai beginnen, um Anna Struth und Jan Stein zeigen. „Bei Nachhaltigkeit geht es – ganz groß gefasst – um das Miteinander der Menschen“, erklärt Anna Struth, „dabei gibt es soziale, ökologische, ökonomische und viele weitere Aspekte“.

Das eigene Handeln hinterfragen

Am 22. Mai ist etwa eine Veranstaltung namens „Kritische Männlichkeit“ geplant. Nun ist das Thema sicher ein wichtiges – aber was hat das mit Nachhaltigkeit zu tun? „Es geht um verschiedene Bilder von Männlichkeit“, sagt Anna Struth, die biologische Landwirtschaft studiert, „und wie sie sich auf unser Miteinander auswirken“. Jan Stein, Student der Elektrotechnik, ergänzt: „Ganz persönlich fragt man sich dabei: Was bedeutet es für mich, Mann zu sein? Es geht darum, das eigene Handeln zu hinterfragen, und zu überlegen, ob man damit die Rechte von anderen einschränkt – und was man dagegen tun kann.“ In eine ähnliche Richtung gehen Dialogabende für Betroffene von rassistischer Diskriminierung (13. und 21. Mai). Auch das Thema Digitalisierung ist eng verknüpft mit der Nachhaltigkeit, sagen die beiden. „Da geht es um Datenschutz, um die Verwaltung der eigenen Daten“, sagt Anna Struth, „was man gegen Datenkraken und Großkonzerne tun kann. Insgesamt gesehen soll das Digitale ja so genutzt werden können, dass es langfristig für mich und auch für andere gut ist“. Geplant sind etwa „Digitale Selbstverteidigung und E-Mailverschlüsselung“ am 11. Mai, und am 14. Mai „Online-Privatsphäre – (wie) geht das?“.

Es geht auch um den fairen Handel

Klar gibt es auch Veranstaltungen, die sich mit eher typischen Nachhaltigkeitsthemen beschäftigen: Am 13. Mai heißt es etwa „Tomaten auf den Augen? – Das Ernährungssystem mit Weitblick betrachten“, am 16. Mai geht es um das „Konfliktfeld Klima und Wirtschaft“, und am 18. Mai darum, wie fairer Handel in Theorie und Praxis aussehen kann. Eine virtuelle Führung über den Demeterhof Reyer in Möhringen wird am 21. Mai angeboten. Alle Veranstaltungen finden online statt und sind allen Interessierten offen, nicht nur den Hohenheimer Studenten.

„Nachhaltigkeit ist ein solches Querschnittsthema“, sagt Anna Struth, „dass viele Nebenaspekte oft untergehen. Wir haben noch viele Ideen – wir hätten noch 20 weitere Veranstaltungen planen können!“ Den studententischen Organisationsteams geht es um nicht weniger als die große Transformation der Gesellschaft: „Wir wollen die Leute inspirieren“, so Anna Struth. „Wir wollen nicht zeigen, was mit Nachhaltigkeit alles nicht geht, sondern genau andersherum die positiven Seiten beleuchten: Welche Veränderungen sich positiv auf uns und unsere Mitmenschen auswirken können.“

Die Nachhaltigkeitswochen sind ein Projekt von 19 Hochschulen in Baden-Württemberg. Damit einher geht ein gemeinsames Papier der Studenten, in dem beispielsweise mehr Bildungschancen, mehr Forschung, und ganzheitliche Strategien zur Nachhaltigkeit an Hochschulen gefordert werden.

Weitere Informationen und die Möglichkeit zur Teilnahme an den einzelnen Veranstaltungen:
www.hochschule-n-bw.de/events/

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: