Wie sieht es auf den Bildungsbaustellen im Land aus? Im Rahmen unsere Veranstaltungsreihe Forum Bildung laden wir Leserinnen und Leser ein, mit uns und kompetenten Gästen über die bildungspolitischen Reformvorhaben zu diskutieren. Foto: dpa

Die Veranstaltungsreihe Forum Bildung unserer Zeitung dreht sich um die Bildungspolitik im Land.

Stuttgart - Bessere Bildung für alle - das hat die grün-rote Landesregierung in ihrem Koalitionsvertrag versprochen. Was ist geplant? Was wird gewünscht? Gemeinsam mit Stuttgarter Schulen nehmen wir in einer Veranstaltungsreihe die Bildungspolitik unter die Lupe.

Bei ihrem Regierungsantritt hat die neue Landesregierung große Erwartungen geweckt: "Bildung ist die große soziale Frage unserer Zeit", heißt es im Koalitionsvertrag, den Grüne und SPD nach ihrem Wahlsieg am 27. März ausgehandelt haben. Dort steht auch: "Zur Verwirklichung unserer Ziele brauchen wir mehr Investitionen im Bildungsbereich." Wie sieht es heute auf den Bildungsbaustellen aus?

Im Rahmen unserer Veranstaltungsreihe Forum Bildung laden wir Leserinnen und Leser ein, mit uns und kompetenten Gästen über die bildungspolitischen Reformvorhaben zu diskutieren. Die Schwerpunktthemen im neuen Jahr 2012: Gemeinsames Lernen von Schülern mit und ohne Behinderung (Inklusion), Frühförderung sowie Privatschulen. Unsere Partner sind Schulen, die sich in dem jeweiligen Bereich besonders engagieren.

Die Veranstaltungen in 2012 im Überblick:

17. Januar 2012: Gemeinsames Lernen von Schülern mit und ohne Behinderung (Inklusion)
Eltern von Kindern mit Behinderungen sollen künftig selbst wählen können, ob ihr Kind eine Sonderschule oder eine Regelschule besucht. So sieht es die UN-Konvention vor. Seit diesem Schuljahr erproben Schulen in fünf Modellregionen in Baden- Württemberg, wie Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf in Regelschulen unterrichtet werden können. Die Pädagogikprofessorin Kerstin Merz-Atalik von der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg hat bereits viel Erfahrung mit gemeinsamem Unterricht gesammelt, Katja Conzelmann, Schulleiterin der Ameisenbergschule Stuttgart, hat mit ihrem Kollegium einen Anfang gewagt. Die beiden diskutieren, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit Inklusion tatsächlich gelingt.

Die Diskussion auf dem Podium in der Ameisenbergschule (Ameisenbergstraße 2) in Stuttgart beginnt um 19 Uhr. Der Eintritt ist frei, eine Eintrittskarte ist erforderlich. Diese können Sie bis Donnerstag, 22. Dezember, bestellen unter der Servicenummer 0 13 79 / 88 00 66 (0,50 Euro bei Anruf aus dem Festnetz, Mobilfunk ggf. abweichend) oder per Email: m.wetzel@stn.zgs.de. Bitte geben Sie Ihren vollständigen Namen, Ihre vollständige Adresse und die gewünschte Zahl der Karten an.

1. Februar 2012: Frühförderung - Auf den Anfang kommt es an
Wie wichtig die frühe Förderung fürKinder ist, betonen Wissenschaftler und Bildungspolitiker spätestens seit dem Pisa-Schock 2001. Die frühere Landesregierung hat einen Orientierungsplan für Bildung und Erziehung in den Kindergärten herausgegeben und Projekte wie schulreifes Kind und Bildungshäuser ins Leben gerufen, Grün- Rot will die Förderung in Kindergärten und Schulen intensivieren. Mit der Frage, wie Lernen überhaupt funktioniert, was für Kinder förderlich und was eher hinderlich ist, befasst sich der Ulmer Hirnforscher Manfred Spitzer seit langem. Er diskutiert mit Ulrich Groß, dem Leiter der Römerschule. Die Schule im Stuttgarter Süden hat viel Erfahrung in der Kooperation mit Kindergärten und mit Grundschulförderklassen. Auf dem Podium sitzen Prof. Dr. Manfred Spitzer, Mediziner und Hirnforscher, Ulm, und Ulrich Groß, Leiter der Römerschule Stuttgart.

6. März 2012: Sind Privatschulen besser?
Die freien Schulen haben Konjunktur. Während die Zahl der Schüler an den öffentlichen Schulen seit Jahren sinkt, steigt sie an den freien Schulen weiterhin. Diese Entwicklung könnte sich noch verstärken, wenn die grün-rote Landesregierung die Zuschüsse für die privaten Einrichtungen wie versprochen erhöht. Warum schicken Eltern ihre Kinder auf private Schulen. Überzeugt sie das längere gemeinsame Lernen, die individuelle Förderung der Kinder oder das Ganztagsangebot inklusive Mittagessen und Hausaufgabenbetreuung? Darüber diskutieren der ehemalige Schulamtsleiter Manfred Ehringer, der mittlerweile eine Privatschule mit aufgebaut hat, und Andre Bartoniczek, der an der allerersten Waldorfschule arbeitet. Auf dem Podium sitzen Manfred Ehringer, ehem. Schulamtsleiter und Privatschulmitbegründer, und Andre Bartoniczek, Lehrer und Ausbilder Waldorfschule Uhlandshöhe, Autor.