Die Musik sei dem jungen Publikum in den Festzelten auf dem Wasen nur in großer Lautstärke zu vermitteln, mutmaßt der Anwalt der Anwohner im Veielbrunnen. Foto: dpa

Die Festzelte auf dem Cannstatter Wasen haben sich in regelrechte Diskotheken verwandelt, klagen die Anwohner im Veielbrunnen. Die bisherigen Maßnahmen der Stadt für mehr Ruhe reichen ihnen nicht. Sie haben einen berüchtigten Anwalt eingeschaltet.

Bad Cannstatt - Wenn bei Ordnungsbürgermeister Martin Schairer (CDU) Post vom ehemaligen Grünen-Stadtrat und Rechtsanwalt Roland Kugler eingeht, herrscht Alarmstufe Rot: Er ist der Anwalt der Feinstaub-Kläger am Neckartor. Und zuletzt setzte die Behörde prompt erfolgreich seine Forderung um, im Interesse der Anwohner im Leonhardsviertel Hotelbetreibern mit Aberkennung der Lizenz zu drohen, falls sie den weiblichen Gästen weiter Straßenprostitution ermöglichten. Jetzt hat Kugler als Vertreter der Bürgerinitiative Veielbrunnen an Schairer mit der klaren Erwartung geschrieben, dass die vom Volksfest ausgehende Lärmbelästigung der Anwohner reduziert werde: „Es ist jetzt erst einmal genug gemessen worden“, sagt Kugler; wenn auch nicht direkt dort, wo die Betroffenen lebten.

Festzelte hätten sich in Diskotheken verwandelt

Klar sei, dass die Werte auf dem Wasen über denen von 2002 lägen, und dass sich die Festzelte offensichtlich in Diskotheken verwandelt hätten. Die Musik sei dem jungen Publikum nur in großer Lautstärke zu vermitteln. Aber selbst bei Einhaltung eines Mittelungspegels würden die für „seltene Ereignisse“ wie Volksfeste erlaubten Werte nach den Richtlinien bei weitem überschritten. Die Verlärmung der Wohngebiete müsse folglich reduziert werden.

Bisher hätten die Anwohner kleine Verbesserungen akzeptiert, sagt der Anwalt. Nun wollten sie aber spüren, dass sich die Schrittgeschwindigkeit erhöhe – und nicht reduziere, wie dies durch die Erlaubnis, die Bässe im Zelt um drei Dezibel zu erhöhen, praktiziert worden sei. Man drohe der Stadt aber (noch) nicht und bleibe „bewusst unkonkret. „Das ist keine Klage, wir setzen keine Frist und nennen auch keine Grenzwerte“, so Kugler. Er hoffe, dass unter einem grünen OB Anwohnerinteressen stärker berücksichtigt würden.

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