Nach ihrem Jahr in Kanada haben Beate und Olaf Hofmann eine Firma gegründet. Foto: z

Vor mehreren Jahren haben Beate und Olaf Hofmann ihr Haus in Stuttgart-Sillenbuch verkauft, ihre Jobs gekündigt und ein Jahr in der kanadischen Wildnis gelebt. Seitdem ermutigt das Paar andere Leute, sich regelmäßig „Rauszeiten“ zu nehmen. Am 29. März kann man mit Olaf Hofmann ins Gespräch kommen.

Sillenbuch - Wild zu leben: Das heißt nicht unbedingt, sich die Haare bunt zu färben und anschließend auf der Straße zu tanzen, sagt Olaf Hofmann. Für den ehemaligen Sillenbucher Diakon ist vielmehr die Wildnis im Kopf entscheidend: „Nutze die wilde Natur vor deiner Haustür, dann musst du nicht unbedingt nach Indien reisen, um dich selbst zu finden“, beschreibt er seine Botschaft.

Am Freitag hält der Ex-Sillenbucher, Autor und Coach einen Vortrag in der Leihbücherei Riedenberg. Dabei soll es auch darum gehen, wie der Mittfünfziger vor sieben, acht Jahren mit seiner Frau Beate und der jüngsten Tochter Nora ein Sabbatjahr in Kanada erlebt hat und wie es anschließend für die Familie weiterging. Schließlich hatten sie zuvor fast alles verkauft und ihre Jobs gekündigt.

Jede Woche einmal draußen übernachtet

„Das Sabbatjahr ist das, was bei den Leuten hängen geblieben ist. Deshalb werde ich am Freitag auch darüber sprechen“, sagt Olaf Hofmann. Außerdem will er den Gästen die Bedeutung von sogenannten Rauszeiten vermitteln, also kleinen Auszeiten in der Natur. Er selbst hat gemeinsam mit seiner Frau für ein Jahr lang jeweils eine Nacht pro Woche irgendwo in der freien Natur übernachtet – und anschließend ein Buch darüber geschrieben.

Mittlerweile bietet das Paar auch für andere Interessierte kleine Auszeiten an, nimmt sie also mit an schöne Orte im Schwarzwald oder auf der Schwäbischen Alb und zeigt ihnen, wie man in der Natur übernachten kann. Außerdem halten sie Vorträge darüber, wie man solche Auszeiten ins eigene Berufsleben integrieren kann – denn für ein Jahr nach Kanada zu reisen, geht schließlich nicht für jeden.

Auch in Stuttgart kann man der Natur nah sein

Doch wie kamen Beate und Olaf Hofmann an den Punkt, an dem sie heute sind? Als die beiden im Jahr 2011 von ihrem Sabbatjahr in Kanada zurückkehrten, haben sich die beiden selbstständig gemacht und eine Firma gegründet. „Weil wir aber auch Sicherheit für unsere Tochter gebraucht haben, haben wir eine gemeinsame Stelle an der evangelischen Hochschule Moritzburg im Bereich Erlebnis- und Religionspädagogik in Sachsen angenommen“, berichtet Olaf Hofmann. Knapp sieben Jahre lebte die Familie in Sachsen, vor Kurzem ist Olaf Hofmann auf die Schwäbische Alb gezogen. Er arbeitet nun für den Kirchenbezirk Balingen sowie als Landesreferent der Evangelischen Kirche Württemberg für Freizeit und Tourismus. „Meine Frau ist noch in Sachsen, weil meine Tochter gerade ihr Abitur schreibt – da wäre ein Wechsel nicht passend.“

Im Sommer endet die Projektstelle von Beate Hofmann, dann will sie zu ihrem Mann ziehen und sich komplett selbstständig machen. Wo die beiden dann wohnen werden – ob im Schwarzwald, auf der Schwäbischen Alb oder doch wieder bei Stuttgart –, darauf muss sich das Paar noch einigen. Denn auch in Stuttgart könne man der Natur nah sein, betont Hofmann: „Ich liebe zum Beispiel den Eichenhain und die Gegend rund um das Haus des Waldes.“

Die Veranstaltung „Der Wald und seine Bedeutung für uns Menschen“ beginnt am Freitag, 29. März, um 16 Uhr in der Leihbücherei an der Schemppstraße 10 in Riedenberg. Neben Olaf Hofmann wird auch die Sillenbucher Wildnispädagogin Vaiolet Miebach sprechen. Außerdem sind diverse Fotos, Broschüren und Bildtafeln rund um das Thema Wald zu sehen.

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