Ein Mitarbeiter von EBM-Papst montiert im Stammwerk in Mulfingen Ventilatoren. Foto: Philipp Reinhard

Das Unternehmen wächst kräftig und baut eine neue Fabrik in den USA. Doch die Division Automotive kämpft mit roten Zahlen.

Stuttgart - Der Hohenloher Ventilatorenhersteller EBM-Papst will seine Präsenz in den USA deutlich ausbauen. Dies erklärte der Vorsitzende der Geschäftsführung, Stefan Brandl. Dies sei allerdings keine Reaktion auf die protektionistische Politik von US-Präsident Donald Trump, sondern gehöre zu der Strategie, auf wichtigen lokalen Märkten auch mit Produktion und Entwicklung tätig zu sein. Deshalb werde auch ein neues Werk in China gebaut. Trumps Politik zeige aber, wie wichtig es sei, in den USA selbst vertreten zu sein. Bisher gibt es dort bereits ein Werk im Bundesstaat Connecticut.

Hohenloher erzielen Rekordumsatz

Mit einem Umsatzplus um 7,5 Prozent setzte das Unternehmen im vergangenen Geschäftsjahr, das am 31. März zu Ende ging, erstmals in seiner Geschichte etwas mehr als zwei Milliarden Euro um. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet Brandl mit einem Wachstum um etwas mehr als drei Prozent auf 2,1 Milliarden Euro. Dies sei angesichts voller Auftragsbücher allerdings eine eher vorsichtige Schätzung, meinte Brandl. Damit wolle man auch möglichen politischen Risiken Rechnung tragen. Die Zahl der Mitarbeiter stieg im der vergangenen Berichtsperiode um fünf Prozent auf etwas mehr als 15 100 Beschäftigte und soll weiter zunehmen.

Standort St. Georgen gilt als Sorgenkind

Zu kämpfen hat das Unternehmen nach den Angaben von Brandl mit roten Zahlen in seinem von St. Georgen im Südschwarzwald aus gesteuerten Bereich Automotive/Antriebstechnik, zu dem auch ein Werk in Herbolzheim gehört. In St. Georgen/Herbolzheim arbeiten 1500 Mitarbeiter. Dort werden beispielsweise Lüftungen für Fahrzeugsitze hergestellt. Mit dem Betriebsrat und der IG Metall sei man in Gesprächen über einen sozialverträglichen Stellenabbau, erklärte der Vorsitzende der Geschäftsführung. Konkrete Angaben zur Zahl der Betroffenen gab es jedoch nicht. Es gehe darum, die Abläufe besser zu organisieren, um aus den roten Zahlen zu kommen. Teilweise soll auch Arbeit in ein Werk in Rumänien verlagert werden. Kopfzerbrechen bereitet dem Unternehmen auch der Mangel an Elektronikbauteilen.

Das Ergebnis habe in der vergangenen Berichtsperiode weniger stark als der Umsatz zugenommen, sagte Brandl. Die Investitionen würden jedoch ohne Hilfe von Banken finanziert. Im laufenden Geschäftsjahr sollen sie von 144 Millionen Euro auf 200 Millionen Euro steigen.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: