Schon seit längerem stehen Kreuzfahrtschiffe in Venedig in der Kritik. Foto: AP

Ein riesiges Kreuzfahrtschiff will am Passagierterminal in Venedig anlegen – doch es lässt sich nicht stoppen. Es rammt ein Touristenboot und einen Anlegesteg.

Venedig - Ein riesiges Kreuzfahrtschiff hat auf einem befahrenen Kanal in der italienischen Lagunenstadt Venedig eine Anlegestelle und ein Touristenboot gerammt. Italienische Medien berichteten, mindestens fünf Personen seien verletzt worden. Die Kollision ereignete sich gegen 8.30 Uhr am Sonntag auf dem Kanal Giudecca, der zum Markusplatz führt. Videoaufnahmen des Unfalls zeigen das hupende Kreuzfahrtschiff, das offenbar nicht verhindern kann, dass es in das kleinere Flussboot und die Anlegestelle fährt. Dutzende Personen sind dabei zu sehen, wie sie in Panik davonrennen.

Venedig wird von vielen Touristen und Kreuzfahrtschiffen aufgesucht, insbesondere während der Sommerreisezeit.

Der Besitzer des Kreuzfahrtschiffes, MSC Cruises, teilte mit, die „MSC Opera“ habe an einem Passagierterminal in Venedig landen sollen, als ein mechanisches Problem aufgetreten sei. Zwei Schlepper hätten versucht, das massive Schiff zu stoppen, doch hätten sie nicht verhindern können, dass es das Flussboot ramme.

Schleppkabel ist gerissen

„Die beiden Schlepper haben versucht, den Riesen zu stoppen und dann brach ein Schleppkabel, das von der Kollision mit dem Flussboot geschnitten wurde“, sagte der Präsident einer Schleppschiffsvereinigung in Venedig, Davide Calderan, der italienischen Nachrichtenagentur Ansa. Der Motor des Kreuzfahrtschiffes sei gesperrt gewesen, als um Hilfe gerufen worden sei. Die „MSC Opera“ wurde 2004 gebaut. Sie kann mehr als 2675 Passagiere transportieren. Nach dem Unfall wurden Rufe nach einem Verbot für Kreuzfahrtschiffe in Venedig wieder laut.

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