Lisa Bakavos vor ihrem veganen Restaurant V-Bandits. Das Foto entstand, als sie eigentlich geplant hatte, als Gastronomin aufzuhören. Foto: Frederik Herrmann

Im August hatte das einzige vegane Restaurant Ludwigsburgs eigentlich für immer geschlossen. Doch die Pläne der Besitzerin haben sich durch einen tragischen Todesfall geändert.

In Ludwigsburg kann ab Freitag wieder vegan gegessen werden: Nur zwei Monate, nachdem das Restaurant V-Bandits geschlossen hatte, öffnet es nun überraschend wieder seine Pforten. Grund dafür ist ein tragischer Todesfall, der die Pläne der Besitzerin über den Haufen geworfen hat.

 

Am Sonntag kündigte Lisa Bakavos über Instagram an, dass sie ihr Restaurant am Ludwigsburger Kaffeeberg wiedereröffnen und zunächst bis Ende des Jahres fortführen werde. Die Begeisterung ist groß, nach der Ankündigung gingen bereits zahlreiche Reservierungen ein. Doch wie es mit dem V-Bandits langfristig weitergeht, ist derzeit noch völlig unklar.

Hund war ihr Lebensmittelpunkt

Doch was steckt hinter der Wiedereröffnung? Gut eine Woche vor der Ankündigung, dass das V-Bandits zurückkommt, war Bakavos’ Hund Benni plötzlich verstorben. Dabei hatte Bakavos als Gastronomin aufgehört, um Zeit für sich selbst zu haben, für ihre Familie – vor allem aber für ihren Hund, der für sie ihr „Lebensmittelpunkt“ war. Und der auch nicht alleingelassen werden konnte.

Eigentlich war es ja nie ihr Plan, Gastronomin zu werden. „Ich habe das Restaurant nur deswegen aufgemacht, weil ich Tiere liebe und gedacht habe, dass das ein Weg ist, um den Tieren eine Stimme zu geben.“ Ursprünglich war es ein Projekt, das sie zusammen mit ihrer besten Freundin machen wollte. Doch die sprang nach kurzer Zeit ab, letztlich musste Bakavos die ganze Arbeit alleine machen. „Das war irgendwann nicht mehr machbar für mich. Ich habe gemerkt, dass ich es körperlich und seelisch nicht mehr schaffe.“

Doch nun fällt die Zeit weg, die sie für die Betreuung ihres Hundes brauchte. Noch dazu lief die Suche nach einem Nachpächter nicht nach Plan. Es gab zwar Interessenten, aber nichts, was wirklich gepasst hätte. „Es hat sich gezeigt: Niemand passt besser zum V-Bandits als seine Erfinder“, schreibt Bakavos auf Instagram.

Lisa Bakavos musste ihr Restaurant wieder komplett neu einrichten. Foto: privat

Reduzierte Öffnungszeiten und verschlankte Speisekarte

Künftig wird das V-Bandits statt vier nur noch drei Tage geöffnet sein, von Freitag bis Sonntag. Und auch die Speisekarte soll verschlankt werden. Neben den Standardgerichten soll es nur noch eine reduzierte Auswahl an Specials geben, „damit es für die Gäste trotzdem Abwechslung gibt, wir es aber auch logistisch schaffen.“

Bakavos musste viel Geld in die Hand nehmen, um ihr Restaurant wieder auf Vordermann zu bringen. Die Räume waren leergeräumt und mussten wieder neu bestückt werden. Darüber hinaus musste das elektronische Kassensystem neu angemeldet werden. Trotzdem bereut Bakavos nichts: „Rückblickend waren diese zwei Monate wichtig, damit ich für meinen Hund da sein durfte. Ich bin dankbar, dass ich ihn in seinen letzten Wochen begleiten durfte.“

Bis Ende des Jahres will Bakavos nun in sich hineinhorchen und gleichzeitig schauen, ob ihr neues Konzept funktioniert. Erst dann will sie entscheiden, wie und ob es weitergeht. Es gibt bereits Anfragen von Nachpächtern, die das Konzept mit ihr zusammen fortführen wollen.

Alles ist möglich – vorerst genießt Bakavos aber, dass sich viele Unterstützer über die Rückkehr des V-Bandits freuen. „Ich habe mich auch gefragt: Wer macht denn so etwas? Du verabschiedest dich und bist davon überzeugt, dass es das war. Aber ich denke, ich habe das Recht, meine Meinung zu ändern. Dafür ist das Leben da, um Erfahrungen zu machen.“