Ein Mann sitzt am Vatertag am Ufer der Spree in Berlin-Treptow Foto: dpa/Paul Zinken

Trinkgelage großer Männergruppen waren wegen der Corona-Auflagen tabu am diesjährigen Vatertag – und laut Polizei haben sich die meisten Menschen an die Regeln gehalten.

Berlin/Mainz - Angesichts der Corona-Pandemie waren die Befürchtungen groß vor diesem Vatertag, an dem größere Männergruppen traditionell gerne Trinkgelage veranstalten. Ein Ausflug mit vielen Freunden aus unterschiedlichen Haushalten war diesmal wegen der Krise aber tabu. Polizeistreifen überprüften am Donnerstag Ausflugsrestaurants, Parks und Badeseen. Nach einer ersten Bilanz der Polizeistellen siegten aber doch bei vielen Ausflüglern die Vernunft – und der Einfallsreichtum. Restaurants und Biergärten durften am Himmelfahrtstag fast überall aufsperren. Der Besuch war aber mit Auflagen verbunden. In aller Regel dürfen sich maximal die Mitglieder von zwei Haushalten treffen, in vielen Bundesländern muss trotzdem der Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden.

In den Berliner Parks waren bei blauem Himmel viele Menschen unterwegs, aber für die meisten hieß es diesmal Fahrrad und Familie statt Bollerwagen und Bierkasten. Wiesen voll mit Gruppen, die nur bedingt auf Abstand achteten. Bei Temperaturen bis 21 Grad trugen dort die meisten keinen Mund- und Nasenschutz, wie eine dpa-Reporterin berichtete. Die Polizei war stadtweit mit 350 Beamten im Einsatz, um die Einhaltung der Corona-Beschränkungen zu kontrollieren. Ein Sprecher teilte am Nachmittag mit, die Parks seien voll, es sei aber „alles im Rahmen“. Eine Beamtin im Volkspark Wilmersdorf schätzte die Lage als entspannt ein. „Wenn wir Leute ansprechen, wissen die Menschen sofort, dass sie was nicht ganz richtig gemacht haben. Viele blicken aber auch nicht mehr ganz durch, was sie nun ab wann tun dürfen.“

Viele waren in Booten unterwegs

Auf der Spree hatten einige Berliner eine Alternative zum Bollerwagen entdeckt und den Feiertagsausflug im Boot angetreten. Auf dem Wasser tummelte sich ein bunte Mischung aus Kanus, Tret-, Falt- und Ruderbooten. Am Abend teilte die Polizei per Twitter mit: „Auf dem Landwehrkanal beziehungsweise Neuköllner Schifffahrtskanal schwammen eben ca. 100 bis 150 Schlauchboote, teils auch mit mehreren Personen besetzt. Unsere Wasserschutzpolizei hat am Vatertag ganz väterlich zur Vorsicht und zum Abstand ermahnt.“ Mehrere kleinere Versammlungen verliefen der Polizei zufolge bis Donnerstagnachmittag ohne Zwischenfälle, etwa eine Demo von Mietern gegen Verdrängung sowie ein weitläufiger Fahrradkorso gegen Corona-Beschränkungen in Tegel.

Bundesweit sind bis zum Abend über 177 180 Infektionen mit dem Coronavirus registriert worden. Mindestens 8173 mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben. Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach Angaben des Robert Koch-Instituts zuletzt bei 0,89. Das bedeutet, dass jeder Infizierte im Mittel etwas weniger als eine weitere Person ansteckt.

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