So sah es im Café Le Théâtre aus. Foto: Stefan Gauß

Ein alkoholisierter 37-Jähriger hat das Café Le Théâtre in der Gloria-Passage demoliert – unklar ist, wie er nachts ins Gebäude gelangte

Stuttgart - Ein 37-jähriger Einbrecher ist in der Nacht auf Dienstag in das Café Le Théâtre in der Gloria-Passage eingedrungen, hat auf die Türscheibe eingeschlagen und die Inneneinrichtung zerstört. Der Mann zertrümmerte Möbel, schleuderte Geschirr und Flaschen durchs Lokal und setzte den Gastraum unter Wasser. Gegen 3.45 Uhr wurde ein Passant auf den Randalierer aufmerksam und informierte die Polizei. Die rückte mit zwei Beamten und einem Diensthund an und fand den schwer alkoholisierten Täter auf der Damentoilette. Laut Atemalkoholtest hatte er etwa 2,0 Promille. In seinem Rucksack befanden sich nebst einem Tablet-PC eine volle Whiskey-Flasche und eine leere.

Das Café Le Théâtre hatte in der Vergangenheit immer wieder für Schlagzeilen gesorgt: Vor zwei Jahren gab der Gastronom Stefan Gauß überregionalen Medien wie RTL und Sat 1 Interviews, weil er in seiner Kneipe ein Jogginghosenverbot verhängt hatte. Anfang dieses Jahres lockte ein Schild an der Eingangstür die in Stuttgart ja sonst eher stiefmütterlich behandelten Dieselfahrer: „10 Prozent Rabatt für Euro-4-Dieselfahrer auf Heißgetränke gegen Vorlage des Fahrzeugscheins“. Manche fanden’s ganz witzig, andere einfach nur daneben. Diesmal allerdings gibt es für niemanden etwas zu lachen.

Ein Schaden zwischen 60 000 und 70 000 Euro

„Das Ausmaß der Verwüstung hat uns verwundert“, sagt Stefan Gauß, der von einem Schaden in Höhe von 60 000 bis 70 000 Euro ausgeht. Der Täter habe Leitungen herausgerissen, Kassensysteme beschädigt und zudem Kaffee- und Sahnemaschinen auf den Boden geworfen. Mindestens eine Kaffeemaschine im Wert von rund 20 000 Euro sei dabei irreparabel zerstört worden.

Wie erklärt sich Gauß diesen heftigen Gewaltexzess? „Ich wüsste jetzt nicht, dass ich mit irgendwem Stress hätte“, so Gauß, der eine gezielte Attacke auf seine Gaststätte ausschließt: „Das glaube ich nicht.“

Der Gastronom ist vielmehr der Überzeugung, der Täter sei ursprünglich in den Laden gekommen, um Geld zu stehlen. Auch die Spielgeräte habe der Einbrecher zu knacken versucht, sei aber an den Sicherungsvorkehrungen gescheitert. „Und dann ist er wahrscheinlich wütend geworden und hat sich gedacht: Jetzt schlage ich hier mal alles zusammen“, mutmaßt Gauß.

Wie kam der Täter ins Café?

Wie der Mann in das Gebäude gelangte, ist unklar. Anfangs war man davon ausgegangen, er habe sich über ein Toilettenfenster Zugang zum Café verschafft. „Meine Vermutung ist aber, dass er sich im Café hat einschließen lassen“, so Gauß. Sein Personal überprüfe zwar nach Feierabend regelmäßig alle Räume. Doch ein Nachbar habe bereits gegen 1 Uhr nachts eine Person im Le Théâtre umhergehen sehen, sich allerdings nichts dabei gedacht. Das Café schließt werktags gegen Mitternacht.

Mittlerweile hat das Café schon wieder geöffnet. „Ich habe ein sehr gutes Team, das sich gleich am Dienstag selbstständig und kurzfristig zusammengetan und den Laden so gut es ging auf Vordermann gebracht hat“, erzählt Gauß. Der Geschäftsmann scheint den kuriosen Einbruch gut verkraftet zu haben: „Reparieren, zahlen, Mund abputzen, weitermachen!“, lautet seine Devise.

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