Der Ort der Vielfalt in Göppingen wurde mehr und mehr zu einem Ort der Schmierereien. Auf Initiative der SPD-Fraktion hat die Stadt ein Konzept entwickelt, um den Skatepark von Graffiti zu befreien.
Illegale Graffiti sind überall ein Problem. Auf der ganzen Welt, in Deutschland, im Landkreis und auch in der Stadt Göppingen. Die Graffiti-Szene, also Jugendliche und Erwachsene, die sprayen und so auf sich aufmerksam machen, ist im Wachsen begriffen. Die Folge sind Schäden in Millionenhöhe. Doch nicht jedem gefallen die Werke. Und nicht überall kann Graffiti als gelebte Jugendkultur und Kunst akzeptiert werden.
Das Problem kennt man auch im Göppinger Rathaus. Konkret geht es um den Ort der Vielfalt, den Treffpunkt aller Rollsportbegeisterten. Direkt gegenüber des Alten E-Werks befindet sich der Skatepark auf dem Theodor-Heuss-Platz. „Doch nicht alle gehen respektvoll mit dem Platz um, im Gegenteil“, heißt es bedauernd in einer Pressemitteilung der Göppinger Stadtverwaltung. Graffiti und Schmierereien seien zunehmend ein Ärgernis und zwingen die Stadt zum Handeln.
Jugendliche sollen bei einer Neugestaltung mit einbezogen werden
Der Skatepark ist ein Treffpunkt für Jugendliche. Sobald es wärmer wird, ist der Platz der Vielfalt gut frequentiert. Hier gibt es neben Skaten, Slacklinen, Free-Running, Parkour und BMX-Fahren auch einen Spielbereich für kleinere Kinder, Outdoor-Fitnessgeräte sowie Aufenthalts- und Ruhezonen für verschiedene Generationen. In den Jahren 2016/2017 wurde der Göppinger Skatepark in einen Ort der Vielfalt und eine Trendsportanlage umgebaut. In den vergangenen Jahren und Monaten hätten die Graffiti und Schmierereien überhandgenommen.
Die SPD-Gemeinderatsfraktion hatte sich daher Anfang April an die Stadt gewandt und gefragt, wie man mit den vermehrt auftretenden Kritzeleien umgehe. Die Stadtverwaltung teilt mit, dass aktuell das Referat Umweltschutz und Grünordnung, die Bruderhausdiakonie, die Mobile Jugendarbeit und das Büro DSGN Concepts, Planungsbüro für Bewegungsräume, an einem Sanierungskonzept für den Skatepark arbeiten. Hierbei stehe auch die Lärmschutzwand, die zwei Jahre ohne Sprayaktionen ausgekommen sei, im Fokus. Die ersten kleinen Farbschmierereien haben Mitarbeiter des Betriebshofs durch Reinigen und Übermalen beseitigt. Dies habe nun jedoch größere Ausmaße angenommen und es stünden folgende Lösungen im Raum: „Die Lärmschutzwand wird farblich neugestaltet und dabei der Respekt für diese Wand erzeugt, sodass diese nicht mehr mit Farbschmierereien beeinträchtigt wird“, heißt es in der Pressemitteilung der Stadt. Dies soll in Zusammenarbeit mit den Jugendlichen entwickelt werden, um die Identifikation mit dem neuen Design herzustellen.
Eine Graffitischutz gilt nur als zweitbeste Lösung
Alternativ könne die Wand neu überstrichen und mit einem Graffitischutz versehen werden. Die Graffitibeseitigung bliebe dann aber eine dauerhafte Unterhaltungsmaßnahme für die Stadt und sei daher auch eher die zweite Wahl.
Die Stadt hat bereits einen Zeitplan vorgelegt: Die neue Konzeption, zu der auch eine Optimierung der Nutzungsbereiche der Trendsportanlage gehört, soll nach der Sommerpause dem Gemeinderat vorgestellt werden. Weiterhin laufen die Planungen für ein Skate-Open am Samstag, 15. Juli, sowie eine School’s-out-Party am Mittwoch, 26. Juli, im Skatepark.
SPD im Gemeinderat brachte den Stein ins Rollen
Anfrage
Die SPD-Gemeinderatsfraktion hatte in einem Schreiben an die Stadtverwaltung deutlich gemacht, dass sie den Bau des Platzes der Vielfalt mit der Skateranlage von Beginn an unterstützt habe. „Was allerdings weniger schön ist, sind die vermehrt auftretenden Schmierereien, die ja leider auch anderweitig zu beklagen sind.“ Die SPD fragte die Stadt, wie sie mit dem Problem umgehen will. Komme ab und zu jemand am Skaterplatz vorbei, um dadurch eine gewisse Präsenz zu verdeutlichen? „Wir nehmen an, dass bisher keine Sprayer auf frischer Tat ertappt wurden?“, fragten sich die Sozialdemokraten und erkundigten sich, ob die Schmierereien so blieben.
Konzepte
Außerdem will die SPD wissen, ob es Konzepte gibt, um die Kritzeleien zu reduzieren und erinnert an ihren Haushaltsantrag vom Vorjahr, bestimmte Orte mit einer Betreuung von Jugendlichen sprayen zu lassen.