Über Nacht beschmieren Unbekannte eine Gärtnerei in Murr mit einem großen Schriftzug. Es ist nicht das erste Mal, dass das passiert.
Als eine Mitarbeiterin der Gärtnerei von Woedtke in Murr am Freitagmorgen ihre Arbeit im großen Gewächshaus beginnt, stutzt sie. Es ist viel dunkler als sonst um diese Uhrzeit. Dann fällt ihr Blick auf die sonst durchsichtigen Außenwände: Sie sind über und über mit Farbe beschmiert.
Unbekannte haben offenbar über Nacht ein gigantisches Graffiti hinterlassen, fast über die komplette Länge des Gewächshauses. Stefan Eysermans, Leiter der Gärtnerei, ist fassungslos. Der Schaden wird für ihn in die Tausende Euro gehen, sagt er. Und es ist nicht das erste Mal, dass so etwas passiert.
Sicht zur A 81 wird zum Verhängnis
Die Gärtnerei Woedtke hat im Grunde eine ideale Lage. Am Rande von Murr steht sie, mit freiem Blick über die Felder bis hinunter zur A 81. Doch diese Aussicht ist Stefan Eysermans schon einmal zum Verhängnis geworden. Weil man umgekehrt auch von der Autobahn freies Sichtfeld bis dorthin hat, haben Fußball-Fans bereits vor Jahren einen großen Schriftzug auf den Kunststoffplatten des Gewächshauses hinterlassen. „Das war irgendwas von Schwabensturm“, erinnert er sich. So nennt sich eine Gruppe VfB-Ultras. „Schon da musste ich einen Teil der Platten austauschen.“
Allerdings war damals nicht so eine große Fläche betroffen. „Diesmal geht es fast über die komplette Länge, und das Gewächshaus ist um die 75 Meter lang.“ Der Schriftzug sagt ihm so nichts – wobei nicht klar ist, ob das Graffiti vollständig ist oder ob die Täter ihr Vorhaben vorzeitig abbrechen mussten. Eysermans geht aber davon aus, dass auch diese Tat von Fußball-Fans ausgegangen ist. Das Ergebnis ähnele in seiner Art doch sehr den typischen Fan-Graffitis, die man oft an Autobahnbrücken sehe.
Die Polizei zumindest kann das nicht bestätigen, da der Schriftzug auch dort gänzlich unbekannt ist und keiner Fußball-Gruppierung zugeschrieben werden kann. „Wir können zum jetzigen Zeitpunkt nicht mal sagen, welche Sprache das sein soll“, so eine Sprecherin der Polizei.
Versichert ist Stefan Eysermans gegen diese Art von Vandalismus nicht: „Ich muss das alles selbst bezahlen.“ Bei so vielen Platten seien das mehrere Tausend Euro. Und gemacht werden muss es, nicht nur aus ästhetischen Gründen. „Jetzt im Winter wächst dort nichts, aber spätestens ab dem Frühjahr brauchen wir das Licht für die Pflanzen“, sagt er.
Zudem könne es zu einer chemischen Reaktion kommen, wenn die Sonne erst auf die beschmierten Platten scheint. „Das war zumindest beim letzten Mal so, die sind richtig zusammengeschmolzen.“ Theoretisch könnte man die Platten wohl auch abspritzen. „Aber hier ist ja alles Ackerboden, die ganzen Schadstoffe würden ins Grundwasser gelangen, das kann man nicht machen.“
„Da läuft doch irgendetwas schief“
Die ganze Sache will Stefan Eysermans einfach nicht in den Kopf, wie er sagt. Worum auch immer es bei dem Graffiti gehe, „ich habe damit nichts zu tun und bin trotzdem der Leidtragende“, beklagt er. „Die Leute, die das tun, sollten sich klarmachen, wie viel Schaden sie mit so etwas eigentlich anrichten.“
Zeugen, die Hinweise zu der Tat geben können, sollten sich mit der Polizeidienststelle in Steinheim an der Murr in Verbindung setzen, Telefon 07144/823060.