Die Dixi-Klos am Böblinger Bahnhof haben sich zu einer dauerhaften Behelfslösung entwickelt. Foto: Anke Kumbier

Wer am Böblinger Bahnhof eine Toilette sucht, der muss seit 2023 mit einem Dixi-Klo Vorlieb nehmen. Der Grund: massiver Vandalismus. In Herrenberg sieht es ganz ähnlich aus.

An den Anblick der fünf blau-weißen Dixi-Klos am Böblinger Bahnhof haben sich Reisende vermutlich schon gewöhnt - und er wird ihnen noch eine Weile erhalten bleiben. Offenbar fehlen der Stadt das Personal und die finanziellen Ressourcen, um die festinstallierten Toiletten wieder in Betrieb zu nehmen.

 

Infolge von „extremer Gewaltanwendung“ habe es bei diesen Verstopfungen gegeben, die Installation an sich sei „ganz erheblich beschädigt“ worden, teilt die Stadt Böblingen auf Nachfrage mit. Der Schaden sei zuletzt so groß gewesen, dass die Rohre in Richtung Keller undicht geworden seien. „Damit ist ein erneuerter und vollständiger Umbau notwendig - mit sehr umfangreichen und zeitintensiven Abstimmungen“, erklärt Stadtsprecher Fabian Strauch, warum Böblinger Reisende immer noch auf Dixi-Klos zurückgreifen müssen.

Bahnhofstoiletten scheinen bei manchen Menschen jedenfalls eine besondere Zerstörungswut auszulösen. In Böblingen sind die Bahnhofstoiletten seit 2023 gesperrt. Auch zwei der drei Toiletten am Herrenberger Bahnhof sind seit Oktober 2025 außer Betrieb, weil jemand deren massive Metalltüren zerstört hat.

Vandalismus ist bei Dixi-Klos kein Thema

Im Gegensatz zu den festinstallierten Toiletten sei Vandalismus bei den Dixi-Klos zumindest derzeit kein Thema, so Strauch. Ob das daran liege, dass sie vom Bahnsteig, vom Taxistand und vom zentralen Omnibus besser einsehbar seien und daher in Ruhe gelassen würden, darüber kann er nur mutmaßen. Sollten sie jedoch kaputt gemacht werden, ließe sich relativ problemlos Ersatz herbeischaffen.

Zwei der drei Toiletten am Herrenberger Bahnhof sind seit Oktober gesperrt. Foto: Stefanie Schlecht/Archiv

Während Böblingen auf die Plastikhäuschen als Behelfslösung setzt, hat sich Herrenberg gegen Dixi-Klos entschieden. Die Aufstellung einer temporären Toilettenanlage sei geprüft worden, teilt Sprecher Michael Spotts mit. Aufgrund der Nähe zum Bahnhof und zum Gleis sowie aus Sicherheitsgründen und wegen Vandalismus-Bedenken habe man sich jedoch dagegen entschieden.

Neue Türen in Herrenberg sollen noch robuster sein

In Herrenberg steht eine Wiederinbetriebnahme der Toiletten kurz bevor. Voraussichtlich Mitte/Ende Mai sollen sie laut Stadtsprecher Reisenden wieder zur Verfügung stehen. Dass sie mehrere Monate geschlossen waren, erklärt Spotts damit, dass es sich bei den Türen um Sonderanfertigungen gehandelt habe. Die Planung und Beschaffung der Ersatzteile habe sich daher als aufwendig herausgestellt.

In einer Pressemitteilung vom Februar war von mehr als 100 Kilogramm schweren Türen die Rede, deren Gesamtkosten bei rund bei rund 12 000 Euro netto liegen sollen. So stabil die alten Türen klingen – ihre Nachfolger sollen noch widerstandsfähiger sein. „Die neuen Türen wurden zusätzlich mit einer angepassten Bandkonstruktion ausgestattet, die nochmals robuster ausgeführt ist“, sagt der Stadtsprecher.